Schaulaufen und Schlemmerei

Spiez

Der 9. Beachsoccer-Event mit einem 14:4-Sieg der Schweiz über Dänemarkwar eine stimmungsvolle Angelegenheit.

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Jürg Spielmann

Der Träger des Goldenen Schuhs (WM-Torschützenkönig) und des Goldenen Balls (bester WM-Spieler) 2009 adelt den Beachsoccer-Standort Spiez: «Es ist uns immer wieder eine Ehre und eine grosse Freude, hier, vor diesem fantastischen Publikum, Werbung für unseren Sport machen zu dürfen», sagt Dejan Stankovic.

Der 33-jährige Aargauer ist zusammen mit dem Zürcher Noel Ott seit Jahren die prägende Figur in der Schweizer Strandfussball-Nationalmannschaft. Da erstaunt es wenig, dass sich das Duo am Sonntagnachmittag im offiziellen Länderspiel gegen Dänemark in die Torschützenliste schiesst.

Friedliches Familienfest

«Das ist ja wie beim Eishockey», kommentiert ein Zaungast treffend, als es kurz vor der zweiten Drittelspause bereits 11:1 steht. Die Nordländer sind nie ein wirklicher Gradmesser für die Schweizer Auswahl von Weltformat. Vor prall gefüllten Rängen – allein die temporären Tribünen in der Beacharena fassen gegen 800 Sitzplätze – gerät das Spiel zu einem Schaulaufen der «Sandgenossen».

Dänemark ist bestenfalls ein früh angezählter Sparringspartner. Da nützt es auch nicht wirklich, dass einer ihrer Aktivposten, der agile Torwart, den Namen Daniel Schweitzer trägt. Oder dass das erste wie das letzte Tor auf ihr Konto geht. Während der letzten zwölf Minuten haben die Schweizer dann etwas Erbarmen, schalten spürbar einen Gang zurück.

Dem Publikum ist es egal, es skandiert wie vom Speaker aufgefordert wiederholt die Namen der Torschützen und spendet spätsommergerecht warmen Applaus. Die Stimmung ist aufgeräumt, entspannt. Störenfriede und Chaoten interessieren sich offensichtlich nicht für Fussball auf Sand.

Leise Kritik am Foodangebot

Applaus gibt es laut Manuel Fischer auch abseits des 1200-Quadratmeter-Bucht-Sandkastens. Man habe viele schöne Rückmeldungen erhalten, meint der stellvertretende Geschäftsführer der mitveranstaltenden Spiez Marketing AG.

Er spricht von «Ferienfeeling-Atmosphäre» oder davon, dass die neunte Auflage des Beachsoccer-Events ohne jegliche Zwischen- und Unfälle über die Bühne gegangen sei. «Es war ein stetes Kommen und Gehen.» Die Frequenzen am Gratisanlass seien sowohl am Freitag- als auch am Samstagabend «gut bis sehr gut» gewesen.

Zur vereinzelt geäusserten Kritik von Besucherinnen und Besuchern, wonach das Angebot am Foodfestival in früheren Jahren breiter gewesen sei, meint er: «Das ist etwas, das wir für das nächste Jahr anschauen müssen.»

Zwei Verpflegungsanbieter seien kurzfristig abgesprungen. Überdies fiel der Glacestand wegen Krankheit weg. Laut Manuel Fischer war über die drei Tage «eine hohe vierstellige Zahl Besucher» in der Bucht dabei. 8000 hatte sein Chef im Vorfeld als Ziel skizziert.

Wie unkompliziert, ja familiär es am Grossanlass zu- und hergeht, belegt etwa der Fakt, dass sich die Nationalspieler nach getaner «Büez» neben Meier, Müller und Moser in der nahen Freibad-Garderobe umkleiden.

Auf Topskorer Dejan Stankovic und Töchterchen Nina wartet zuerst noch ein erfrischendes Bad im See. «Beachsoccer in Spiez – das ist so etwas wie ein Familientreffen. Einmalig in der Schweiz.»

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