Beachvolleyball: Berner mit Gold und Silber

Sport

Mirco Gerson wird Schweizer Meister, Anouk Vergé-Dépré Zweite.

Mirco Gerson konnte auf dem Bundesplatz über den Schweizermeistertitel jubeln.

Mirco Gerson konnte auf dem Bundesplatz über den Schweizermeistertitel jubeln.

(Bild: Keystone)

Annic Berset

Lange sah es so aus, als würde die Beachvolley-Saison für die beiden besten Frrauenteams der Schweiz genau gegenteilig verlaufen. Harzig war sie für die Bernerin Anouk Vergé-Dépré und ihre Partnerin Joana Heidrich, die von einer Verletzung zurückkam, da sie das Vertrauen ineinander wieder neu fassen mussten.

Dann aber der Exploit vor knapp zwei Wochen in Moskau, wo die beiden ihr erstes Turnier auf der Worldtour gewannen und mit neuem Schub nach Bern an die Schweizer Meisterschaften reisten. Anders verlief die Saison bei Tanja Hüberli und Nina Betschart. Die Schwyzerin und die Zugerin überzeugten schon zu Beginn des Sommers mit zwei vierten Rängen und arbeiteten sich unter die Top Ten der Welt vor. Zuletzt aber klassierten sie sich – auch in Moskau – nur auf Rang 17.

Gestern nun standen sich die beiden Teams im Final gegenüber, die einen frischgebackene Turniersiegerinnen, die anderen vielleicht noch mit etwas Wut im Bauch. Diese konnten Betschart/Hüberli aber gleich positiv nutzen und sicherten sich den ersten Durchgang souverän. Heidrich/Vergé-Dépré hingegen erwachten erst im zweiten Satz so richtig. Dort gelangen der Bernerin gute Verteidigungsaktionen und Heidrich zeigte sich am Block präsenter. Ein dritter Satz musste folglich die Entscheidung bringen. «Weil es dort nur 15 Punkte braucht, ist der Start dabei umso wichtiger», erklärte Anouk Vergé-Dépré im Anschluss an das Spiel.

Anouk Vergé-Dépré (rechts) und Joana Heidrich sind Vize-Schweizermeisterinnen. Bild: Keystone

Und genau dort passierten ihnen einige Ungenauigkeiten. Betschart/Hüberli zogen davon und feierten einige Minuten später die Titelverteidigung. «Klar ist es schade, vor allem wenn man in Bern spielt, will man immer gewinnen», so Vergé-Dépré. Ihre Gegnerinnen seien in den entscheidenden Momenten aber einfach besser gewesen. Und diese freuten sich sichtlich über die gewonnene Goldmedaille. «Diesen Titel zu holen ist nicht selbstverständlich, die Konkurrenz in der Schweiz ist gross», sagte eine glückliche Nina Betschart. Die Aussicht auf Gold habe noch mehr Kraftreserven freigesetzt und sie ihre müden Beine vergessen lassen.

Komplettiert wurde das Podest auf dem Bundesplatz von der Bernerin Sarina Schafflützel und ihrer Partnerin Muriel Grässli.

Neue Favoritenrolle

Bei den Männern traten der Belper Mirco Gerson und der 2,07-Meter-Mann Adrian Heidrich als grosse Favoriten an, nachdem sich die Nummer zwei des Turniers verletzungsbedingt abmelden musste. «Das war eine ganz neue Situation für uns, wir sind uns das von der Worldtour nicht gewohnt», so Mirco Gerson. Der Druck sei deshalb etwas höher gewesen. «Zum Glück konnten wir im Final gutes Beachvolleyball zeigen.»

Und das taten Gerson/Heidrich eindrücklich. Im Endspiel gegen den Berner Jonas Kissling, der mit seinem Partner erst das dritte Turnier bestritt, zeigten die Favoriten eine abgeklärte Leistung. 21:10 und 21:13 lautete das klare Resultat am Ende. «Als Sportler will man zuoberst stehen, aber unsere Gegner haben uns überhaupt keine Chancegegeben, sie zu schlagen», sagte Jonas Kissling.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt