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Berner Vormachtstellung

Wiler-Ersigen führt vor Floorball Köniz und den Langnauer Tigers. Die Berner Unihockey-Teams dominieren die bisherige NLA-Meisterschaft.

Hat Grund zur Freude: Tigers-Captain Johan Samuelsson.
Hat Grund zur Freude: Tigers-Captain Johan Samuelsson.
Marcel Bieri

Es ist nicht mehr als eine Momentaufnahme. Nach 10 von 22 Qualifikationsspielen ist die Aussagekraft der Tabelle beschränkt – trotzdem lassen sich darin erste Tendenzen erkennen. Aus Berner Perspektive sind sie erfreulich.

Meister Wiler-Ersigen führt die Rangliste an, Köniz liegt einen Punkt dahinter, auf Platz drei folgen die Langnauer Tigers. «Der Kanton Bern ist ein traditionell starker Hockeykanton», sagt Köniz-Trainer René Berliat. Dass sich die aktuelle Lage derart positiv präsentiert, ist aber eher überraschend.

Könizer Siegermentalität

Berliat darf mit dem bisherigen Abschneiden sehr zufrieden sein. Die Könizer brillieren primär bei den schwierigsten Aufgaben. So am vergangenen Freitag auswärts bei Cupsieger GC, der treffsichersten Mannschaft. Berliat musste verletzungsbedingt auf die beiden Nationalspieler Jan Zaugg und Manuel Maurer verzichten; die jungen Stefan Hutzli und Fabian Michel sprangen in die Bresche, Köniz gewann überlegen 10:4.

Mehr Mühe bekundet Berliats Equipe mit Gegnern aus der unteren Tabellenhälfte. Am Sonntag reüssierte Köniz in Zug (10:9) erst in der Verlängerung. «Gegen vermeintlich schwächere Gegner kriegt nicht jeder Spieler die nötige Konsequenz hin», meint Ber­liat.

Im Vergleich mit Aufsteiger Zug lag Köniz 8 Minuten vor Schluss mit drei Längen in Rückstand, drehte das Spiel dennoch. Das Trainerurgestein spricht in dem Zusammenhang von Siegermentalität; vor dem entscheidenden Tor in der Verlängerung hatte Goalie Patrick Eder einem sechsten Feldspieler Platz gemacht. Das Risiko machte sich bezahlt.

Rybkas Pokerspiel

Ein Wagnis ging auch Tigers-Trainer Michal Rybka am Samstag in Thun ein. Der Tscheche liess im Schongang spielen, eine komplette Sturmformation mit dem formstarken Thomas Gfeller und Topskorer Simon Flühmann blieb 40 Minuten lang draussen. Die Emmentaler schufen die Differenz im Schlussdrittel, gewannen 6:4. Anton und Johan Samuelsson liessen sich je vier Skorerpunkte notieren.

«Der Gameplan ist aufgegangen», sagt Rybka, der seit diesem Sommer bei den Tigers an der Bande steht. Die taktische Massnahme machte sich auch vorgestern Sonntag bezahlt. Bei Vizemeister Alligator Malans reüssierten die Emmentaler in Vollbesetzung mit 6:5 nach Verlängerung. Das Team scheint gereift, dank dem vierten Erfolg in Serie übernehmen die Langnauer Tabellenrang drei.

Abgeklärter Meister

Zuoberst ist wieder Meister Wiler-Ersigen zu finden. Nach der Auftaktniederlage gegen Köniz haben die Unteremmentaler neun Siege aneinandergereiht; zuletzt in Chur (10:3) und gegen Uster (6:3). Trainer Thomas Berger forciert den Generationenwechsel konsequent, gibt diversen jungen Spielern viel Einsatzzeit. Und doch sind die verbliebenen erfahrenen Kräfte bereit, wenn sie gebraucht werden.

Captain Tatu Väänänen und Altmeister Matthias Hofbauer führen die junge Equipe an. Der neu verpflichtete Schwede Daniel Johnsson hat noch immer Steigerungspotenzial, kommt aber langsam in die Gänge. Wie weit Bergers Umbruch schon fortgeschritten ist, zeigt sich am kommenden Sonntag im Cupviertelfinal. Wiler-Ersigen trifft in Kirchberg auf Köniz – eigentlich eine potenzielle Finalpaarung.

Im Endspiel um die Meisterschaft könnte es zu einer Premiere kommen und erstmals in der Geschichte des Superfinals zwei Berner aufeinandertreffen. Allerdings sind die derzeitigen Stärkeverhältnisse mit Vorsicht zu geniessen.

Malans ist ein Playoff-Team und wird sich steigern, GC fehlen zwei Nationalspieler seit Saisonbeginn verletzt. Die Berner sind stark aufgestellt, die aktuelle Lage ist aber auch der schwächelnden Konkurrenz geschuldet.

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