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Das Schlimmste verhindert

Die Talfahrt des UHC Thun ist vorerst gestoppt. Im Kellerduell mit Grünenmatt behielten die Thuner nach einer verrückten Schlussphase die Oberhand. Im Hinblick auf den Klassenerhalt ist dieser Sieg von besonders grosser ­Bedeutung.

Zügig unterwegs: Jonas Wettstein (rechts) setzt sich gegen Grünenmatts Simon Flühmann durch.
Zügig unterwegs: Jonas Wettstein (rechts) setzt sich gegen Grünenmatts Simon Flühmann durch.
Marcel Bieri

Aus der Garderobe ertönt Patent Ochsners «W-Nuss vo Bümpliz», dazu die Stimmen der Spieler, die den populären Mundartsong lautstark mitsingen. Der UHC Thun hat eine Partie von immenser Bedeutung gewonnen, mit 9:8 nach Verlängerung gegen Grünenmatt. Genauso hätte aber auch ein Nuller resultieren ­können.

Die Berner Oberländer hatten das Geschehen im Auswärtsspiel in Sumiswald scheinbar unter Kontrolle, führten mit 5:3, später mit 7:5, stellten die Räume vor dem eigenen Tor zu. Aber anstatt den Vorsprung mit einem Konterangriff – eine ihrer Stärken – auszubauen, mussten die Thuner zwei Minuten vor Schluss den Ausgleich hinnehmen, nur wenig später gelang Grünenmatt gar der Führungstreffer.

Grosse Wende

Der Schlüsselmoment lag in den darauf folgenden Sekunden. Nur gerade 22 davon vergingen bis zum Ausgleich durch Thomas Kropf, der Thuner Topskorer traf nach einem Ballgewinn in der gegnerischen Zone und dem Zuspiel von Captain Jonas Wettstein. Worauf das Momentum wieder aufseiten der Gäste lag. In der Verlängerung zeichnete erneut Kropf für den entscheidenden Treffer verantwortlich.

Wettstein, Kropf sowie Florian Witschi und Maurice Thomas haben überdies am vergangenen Donnerstag ihre Verträge um eine weitere Saison verlängert. Die vier gehören im Team von Trainer Andreas Lindström zu den wichtigsten Stützen. Das Quartett erzielte in dieser Saison zusammen knapp die Hälfte aller Thuner Tore.

Auf den Befreiungsschlag in Form eines Siegs hatten die ­Thuner lange warten müssen. Fast drei Monate lang war Thun ohne Erfolgserlebnis, gar ohne einen einzigen Punkt geblieben. In der Zwischenzeit war Kon­kurrent Grünenmatt, lange Zeit das scheinbar abgeschlagene Schlusslicht der Tabelle, bis auf zwei Zähler herangerückt. Was die sonntägliche Direktbegegnung mit den Emmentalern zu einer Art Endspiel machte.

Der Entscheidung um den zweitletzten Tabellenplatz der NLA kommt in dieser Saison besondere Bedeutung zu. Zwar werden wie gewohnt zwei Teams als Verlierer der Playout-Begegnungen zur Ligaqualifikation antreten müssen. Doch das schlechter klassierte Verliererteam läuft Gefahr, auf NLB-Qualifikations­sieger Zug United treffen. Die ­Innerschweizer leisten sich ein Luxuskader, angeführt von Billy ­Nilsson, dem vorletztjährigen Topskorer der Schwedischen Superligan. Von 22 Qualifikationspartien haben sie nur eine einzige verloren, dabei 217 Tore erzielt.

Grosse Erleichterung

«Fast in jedem Training habe ich von diesem Spiel gesprochen», erzählte Trainer Andreas Lindström. Und fügte lachend an: «Womöglich setzte ich den Jungs gar zu viel Druck auf.» Der Schwede bemühte sich nicht, zu verbergen, welch schwere Last von ihm abgefallen war. « Zug wollen wir unbedingt aus dem Weg gehen. Das haben wir intern thematisiert.»

Läuft alles nach Papierform, wird dies gelingen. Grünenmatt müsste entweder gegen Köniz und Waldkirch-St. Gallen vier Punkte holen oder dann eine Playout-Serie gegen den Neuntplatzierten für sich entscheiden. Beide Szenarien sind angesichts des Saisonverlaufs unwahrscheinlich. Allerdings: Nicht nur Zug wäre in der Ligaqualifikation ein gefährlicher Gegner. Die Mission Klassenerhalt bleibt eine Her­ausforderung, Thun hat aber das Schlimmste verhindert.

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