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Das stärkste Dorf der Schweiz

Gewichtheben ist eine Domäne jurassischer Gemeinden, das zeigen die jüngsten Schweizer Meisterschaften. Eine Reportage zwischen Muskelkraft und roten Gesichtern.

Tramelans Yannick Sautebin greift die Hantel. Die 150-kg-Ladung Eisen wartet darauf, in die Höhe gewuchtet zu werden. Von der Hocke geht es ruckartig in den Stand, Sautebin reisst die Arme nach oben, das Eisen über den Kopf. Muskeln, Adern, sie scheinen zu explodieren. Das Gesicht verzieht sich zur Fratze – Gewichtheben sieht nicht nach Spass aus. Sautebin lässt die Hantel fallen, sie knallt krachend zu Boden. Der 26-Jährige lacht, er weiss, seine Mannschaft hat gegen das Team von Moutier gewonnen, zum vierten Mal in Folge sind sie Schweizer Mannschaftsmeister im Gewichtheben.

Tramelan, das ist das Bayern München des Schweizer Gewichthebens, das stärkste Dorf der Schweiz. Eine 4400-Leute-Gemeinde, oberhalb von Biel im Berner Jura gelegen, 900 Meter über Meer, abseits der mondänen Welt. Die Randsportart abgedrängt in eine Randregion der Schweiz. Früher, als es der Uhrenindustrie noch gut ging, lebten beinahe 6000 Menschen hier. Heute wandern sie ab. Doch der Gewichtheberverein, der bleibt. Seit 50 Jahren gibt es ihn, und er bringt immer wieder junge Talente hervor. Der Vizepräsident des Schweizer Gewichtheberverbands mutmasst, es gebe eben hier hinten nicht so viele Möglichkeiten für die Jungen. Philippe Lauper, Tramelans Clubpräsident, widerspricht: Sie hätten in der Gemeinde harte Konkurrenz – Fussball und Eishockey. Mittels Werbung in Zeitung und Radio, aber auch mit der starken Präsenz im Dorf könne man immer wieder junge Leute für den Sport gewinnen.

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