Der Pionier leidet

Mit einem Schwimmlauf startete der Gigathlon in Sarnen. Doch das Interesse am Event schwindet.

Mit Laufschuhen ins Wasser: Teilnehmer am Swimmrun. Foto: Swiss Image

Mit Laufschuhen ins Wasser: Teilnehmer am Swimmrun. Foto: Swiss Image

Die Hitze erwies sich beim Prolog des Gigathlons Ob- & Nidwalden nicht als herausforderndes Element. Auf dem Programm stand ein Wettkampf, der aus 1,5 km Schwimmen und 4,5 km Laufen bestand – aufgeteilt in je drei Abschnitte. Erlaubt waren Hilfsmittel wie Paddles und/oder Pull Buoy (Schwimmhilfe). Geschwommen wurde in Laufschuhen. Die Wettkampfform kommt aus Skandinavien.

Die Gigathleten erlebten ihre Swim-Run-Premiere vor einem Jahr in Davos/Arosa. Jetzt äusserten sie sich unterschiedlich: «Ein cooles Format», sagte etwa Sara Baumann, eine ambitionierte Triathletin nach ihrer Premiere. Mehr Mühe bekundete Michael Achermann, Mitfavorit auf den Single-Sieg: «Kurz, streng und vom Rhythmus her komisch», umschrieb er seinen knapp 45-minütigen Einsatz.

Noch 2000 am Start

Gut 500 Multisportlerinnen und -sportler stellten sich dieser besonderen Herausforderung im Zentralort Sarnen. Die geringe Zahl erklärt sich durch den Modus. Neben den Single-Athletinnen und -Athleten standen von den zahlenmässig grossen Kategorien Couples sowie Teams of five nur je ein Repräsentant im Einsatz.

Trotzdem ist diese Zahl an Sportlern nicht berauschend. Ein Teilnehmerfeld von etwas mehr als 2000 Gigathleten ergibt dies, aufgeteilt in 72 Single-Männer, 18 Single-Frauen, 170 Couples und 278 Teams of five. Um eine der tiefsten Zahlen der Gigathlon-Geschichte handelt es sich, auch wenn zu berücksichtigen ist, dass die Anzahl der Helfer vor vier Jahren von zwei auf einen reduziert wurde.

«Wir rechneten mit 20 bis 40 Prozent mehr Athleten.»Severin Furter, Projektleiter

«Wir rechneten mit 20 bis 40 Prozent mehr Athleten», sagt Projektleiter Severin Furter. Die Frage nach den Gründen für das rückläufige Interesse stellt sich. Furter sagt: «Die Ausdauerszene hat sich in den letzten 20 Jahren massiv verändert.» Grösser, breiter, vielfältiger ist sie geworden. Das einstige Erfolgsprodukt Gigathlon sieht sich grösserer Konkurrenz ähnlich gelagerter Ausdauerrennen gegenüber. Um Fragen herum kommen die Macher aber nicht. Sie müssen und wollen ihr Konzept den neuen Gegebenheiten anpassen.

Mit «back to the roots» hatten die einstigen Gigathlon-Initianten um den Zürcher Peter Wirz die Übernahme des Produkts von Swiss Olympic nach dem Siebentage-Gigathlon von 2013 umschrieben. Zuvor hatte Swiss Olympic während 12 Jahren zehn Rennen durchgeführt. Um eine eindrückliche Periode handelte es sich. Mit dem Siebentage-Event von 2002, integriert in die Expo, gelangte der Anlass zu flächendeckender Beachtung. Die Emotionen und die Begeisterung elektrisierten die breite Öffentlichkeit. In der Folge stieg die Teilnehmerzahl bis deutlich über 6000.

7000 Höhenmeter garantiert

Finanziell, personell und vom Vernetztsein her können die neuen Macher nicht mithalten. Dennoch scheint ein einzigartiges und unvergessliches Wettkampfgefühl auf den rund 400 km mit den gut 7000 Höhenmetern durch die Kantone Ob- und Nidwalden, Luzern, Schwyz, Uri und Bern so gut wie garantiert. Die Stimmung beim Prolog war auf jeden Fall glänzend.

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