«Die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen»

Claudio Capelli (29) aus Lätti äussert sich täglich zur Kunstturn-EM.

Kunstturner Claudio Capelli ist verletzt.

Kunstturner Claudio Capelli ist verletzt.

Marco Oppliger@BernerZeitung

Seit zwölf Jahren bin ich nun im Nationalkader, und ich kann durchaus festhalten: Das Kunstturnen hat sich total gewandelt. Klar, bis Ende 2005 gab es noch die Höchstnote 10; es genügten drei, vier gute Elemente – und das wars.

Bei einigen Junioren habe ich in Bern nun Dinge gesehen, die weit über dem liegen, was ich zu Beginn bei der Elite gezeigt habe. Das hat einerseits mit den Geräten zu tun, die optimiert wurden. Andererseits sind die Athleten professioneller, das Training ist besser geworden.

Willst du heute an der Spitze turnen, musst du Risiken eingehen. Man muss sich nur die Reck­übgung von Epke Zonderland ansehen, mit welcher er 2012 Olympiagold gewann. Er hat Elemente gezeigt, die ich nie für möglich gehalten hätte. Für das Publikum ist diese Entwicklung super. Doch dadurch ist die Sportart gefährlicher geworden.

Der internationale Turnverband versucht zu intervenieren; um die Wirbelsäule zu schützen, sollen beispielsweise Abroller am Boden verboten werden. Aber die Flieger am Reck kann man nicht verbieten. Und wir müssen uns nichts vormachen: Die Entwicklung des Kunstturnens ist noch lange nicht abgeschlossen.

Berner Zeitung

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