Zum Hauptinhalt springen

Die «Sportverräter» der DDR

Eine Ausstellung in Berlin erzählt die Fluchtgeschichten von 15 ehemaligen Spitzenathleten und dokumentiert, wie diese und ihre Verwandten von der DDR-Staatssicherheit drangsaliert wurden.

Im Januar 1981 stand für die Fussballer des DDR-Nationalteams eine Länderspielreise nach Südamerika auf dem Programm. Für Peter Kotte, Gerd Weber und Matthias Müller endete der Trip aber schon auf dem Weg zum Frühstück im Hotel am Flughafen Berlin-Schönefeld. Dort nahmen Beamte des Ministeriums für Staatssicherheit die drei Sportler der SG Dynamo Dresden in Gewahrsam und brachten sie per Kleinbus zurück in ihre Heimatstadt, wo sie in einer Stasi-Villa am Grossen Garten über mehrere Tage hinweg verhört wurden.

«Versuchte Republikflucht» lautete der Vorwurf, der Kotte und Müller schliesslich eine lebenslängliche Sperre für die beiden obersten Ligen einbrockte und Weber ein Jahr im Gefängnis sowie ein komplettes Berufsverbot als Fussballer. Die Spione hatten spitzgekriegt, dass der 1. FC Köln dem Trio zuvor während eines Europacup-Spiels im niederländischen Enschede lukrative Verträge angeboten hatte. Dass die Fussballer die Offerte zum Überlaufen in den Westen abgelehnt hatten, half ihnen nichts.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.