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Stucki lässt zu Hause die Muskeln spielen

Christian Stucki ist am «Seeländischen» eine Klasse für sich, er triumphiert mit makellosem Notenblatt. Die Stärke des Lyssers bekommt in Meinisberg unter anderen Schwingerkönig ­Matthias Glarner zu spüren.

Festsieger Christian Stucki wird auf Schultern getragen.
Festsieger Christian Stucki wird auf Schultern getragen.
Andreas Blatter
Stucki triumphierte im Schlussgang über Florian Gnägi.
Stucki triumphierte im Schlussgang über Florian Gnägi.
Andreas Blatter
Der vielbeachtete Gabentempel.
Der vielbeachtete Gabentempel.
Andreas Blatter
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Die Aare ist nah, das Schwimmbad ebenfalls. In der prallen Nachmittagssonne wird der eine oder andere Zuschauer in Meinisberg seinen Entscheid zumindest hinterfragen, dem Spektakel im Sägemehl den Vorzug gegenüber dem Sprung ins kühle Nass gegeben zu haben. Die Hitze jedenfalls macht am «Seeländischen» Athleten wie Festbesuchern zu schaffen.

Auch deshalb ist Christian Stucki im Eiltempo unterwegs. Am Mittag liegt der Lysser mit drei Siegen in Front; gegen Niklaus Zenger und Christian Gerber benötigte er für die Entscheidung nur wenige Sekunden, etwas länger hielt Matthias Glarner dem Hünen Stand, doch auch der Schwingerkönig fand kein Rezept gegen Stucki.

Und weil der 32-Jährige am Nachmittag im gleichen Stil weiterschwingt, steht er verdient im Schlussgang. Dort trifft er, zumindest ein wenig überraschend, auf Florian Gnägi. Der Aarberger überzeugte zwar nach einem Gestellten zum Auftakt gegen Glarner ebenfalls, dennoch sorgt die rein seeländische Endausmarchung für Gesprächsstoff auf den Tribünen.

Denn im fünften Gang wird Kilian Wenger gegen Christian Gnägi die Maximalnote verwehrt, was den überzeugend schwingenden Oberländer die Schlussgangteilnahme kostet.

«Es lief einfach super»

Gnägi freilich kann das egal sein, und so schreitet der Vorjahressieger entschlossen in den Sägemehlring. Doch nach dem dritten Zusammengreifen liegt auch er auf dem Rücken, derweil Stucki triumphierend die Arme in die Höhe reisst. Schwinge Stucki derart explosiv, sei es schwierig, gegen ihn zu bestehen, betont Gnägi.

Die beiden kennen sich in- und auswendig, trainieren gemeinsam, doch an diesem Tag findet Gnägi keinen Schwachpunkt. Oder, um es mit seinen Worten zu sagen: «Ich wollte angreifen, und spürte, wie er konterte.»

Nach zwei eher enttäuschenden fünften Rängen am «Emmentalischen» und am «Bern-Jurassischen» hielt Stucki gegenüber dieser Zeitung fest, er wolle aggressiver schwingen, mehr angreifen. Gesagt, getan: Der einzige, welcher ihn in Meinisberg richtig fordern kann, ist Schwingerkönig Glarner.

«Es lief einfach super, ich habe zu 90 Prozent das umgesetzt, was ich mir vorgenommen hatte», sagt der Lysser lächelnd. Angesichts der Hitze habe seine Devise gelautet: «Schnell schwingen, sofort in den Schatten gehen und viel trinken.» Somit steht Stucki nun bei fünf Siegen an seinem Heimfest. Nach einem freien Wochenende wird er am Sonntag in einer Woche auf dem Gurten im Einsatz stehen.

Er wolle am «Mittelländischen» genauso weiterschwingen, meint der Hüne – das ist eine veritable Kampfansage.

Glarners undankbarer Morgen

Derweil der Lokalmatador triumphiert, verlässt der König Meinisberg abseits des Rummels. Matthias Glarner klassiert sich im sechsten Rang; nach dem Gestellten gegen Gnägi zum Auftakt und der Niederlage gegen Stucki fiel er bereits vor dem Mittag aus der Entscheidung um den Festsieg.

«Der Morgen war undankbar», hält Glarner fest, «beide Gegner sind nicht sehr einfach zu bezwingen.» Dennoch sei er «schwingerisch einen guten Schritt weiter als vor zwei Wochen in Heimenschwand.»

Der Meiringer verlässt Meinisberg also mit gemischten Gefühlen. Anders dürfte es bei Fabian Staudenmann, Marcel Walther, Adrian Zbinden und Ueli Berger sein, sie holen am «Seeländischen» ihren ersten Kranz. Erfolgreich endet der Tag auch für Ruedi Roschi, der Oberländer belegt am Urner Kantonalen den 4. Platz.

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