Ein vielversprechendes Quartett

Morgen Sonntag greifen die Könizerinnen gegen Düdingen in die Meisterschaft 2016/2017 ein – voraussichtlich mit acht Spielerinnen. Dafür übernehmen junge Talente viel Verantwortung.

In neuer Rolle: Xenia Staffelbach, Zoe Vergé-Dépré, Selina Marolf und Céline Ackermann (v.?l.) posieren für das Bild. Die jungen Spielerinnen tragen bei Köniz nun Verantwortung.

In neuer Rolle: Xenia Staffelbach, Zoe Vergé-Dépré, Selina Marolf und Céline Ackermann (v.?l.) posieren für das Bild. Die jungen Spielerinnen tragen bei Köniz nun Verantwortung.

(Bild: Iris Andermatt)

Annic Berset

Es ist ein leidiges Thema, mit dem sich der Könizer Volleyballverein seit Wochen und Monaten rumschlagen muss. Immer noch wartet er darauf, die NLA-Equipe mit ausländischen Spielerinnen für die neue Saison zu vervollständigen, doch das Staatssekretariat für Migration (SEM) verweigert ihnen bisher die Einreise.

Für die Spielerinnen, die bereits die gesamte Vorbereitung mit Köniz absolviert haben, ist das keine leichte Situation, zumal es sich beim aktuellen Kader um eines der jüngsten und schweizerischsten seit vielen Jahren handelt. Andererseits erhalten die jungen Nachwuchsspielerinnen so unverhofft eine viel grössere Rolle im Team, als sie junge Schweizerinnen sonst zu Beginn ihrer Karriere einnehmen.

Die vier Versprechen aus Köniz sind Zuspielerin Céline Ackermann, 17 Jahre alt, Mittelangreiferin Xenia Staffelbach, 18-jährig, und die Aussenangreiferinnen Zoé Vergé-Dépré und Selina Marolf, ebenfalls 18 Jahre alt.

«Es ist ein schönes Gefühl, dass wir vom Club so viel Vertrauen be­kommen», erklärt die Könizer Passeuse, die schon von Kindsbeinen an mit ihrer Mutter Anita Ackermann, ehemalige NLA-Spielerin bei Köniz, in den Trainings stets ein- und ausging. Dass ein Club wie Köniz auf so viele junge Spielerinnen setze, sei für sie ein sehr gutes Zeichen.

«In Köniz NLA zu spielen, hat einen hohen Stellenwert im Schweizer Volleyball, ich freue mich sehr auf die kommende Saison», führt die 17-Jährige, die ein Praktikum bei der Swisscom absolviert, aus.

«Es ist ein schönes Gefühl, dass wir vom Club so viel Vertrauen be­kommen.»Céline Ackermann

Die Mitspielerinnen pflichten ihr bei. Staffelbach, die mit Vergé-Dépré und Marolf das letzte Jahr des Sportgymnasiums im Neufeld besucht, sagt dazu: «Für mich war es immer ein Traum, in der obersten Liga zu spielen, und wenn ich jetzt so viel Verantwortung übernehmen darf, kann ich daran wachsen.»

Vergé-Dépré, die ihre neunte Saison bei Köniz in Angriff nehmen wird, findet ähnliche Worte: «Ich habe das letzte Jahr wegen einer Verletzung verpasst, nun freue ich mich auf die Herausforderung mit dem jungen Team, wir Jungen sind plötzlich in der Mehrheit.»

Eine Verletzte

Die Einzige der Nachwuchsspielerinnen, die den grössten Teil ihrer Karriere nicht bei Köniz verbracht hat, ist Selina Marolf. Die Oberdiessbacherin hatte erst fast 10 Jahre Erfahrung bei ihrem Heimverein gesammelt, ehe sie vor zwei Jahren zu Köniz wechselte.

«Ich bin im Hinblick auf diese Saison in einer speziellen Situation, denn ich musste mich diese Woche einer Operation unterziehen lassen, wegen der ich mindestens drei Monate ausfallen werde», erklärt die Aussenangreiferin.

«In den Vorbereitungsspielen war ich aber noch dabei, und durch die fehlenden Ausländerinnen konnten wir immer in der Stammsechs auflaufen.» Sie sei sehr gespannt, welche Mitspielerinnen aus dem Ausland hoffentlich bald zum Team stossen würden.

Zu wenig unterstützt

Céline Ackermann findet klare Worte zu dieser Situation: «Ich hätte mir mehr Unterstützung von SEM gewünscht, denn Köniz ist ein bekannter Klub in Bern, und wir brauchen diese Spielerinnen, um weiterhin auf hohem Niveau spielen zu können.» Auch im Training habe sich die geringe Anzahl der Spielerinnen bemerkbar gemacht.

«Im Training ist es nicht nur mental, sondern auch physisch eine Belastung. Wenn man immer nur zu sechst oder zu siebt trainiert, ist es für alle viel intensiver. Und es ist natürlich schwierig, Spielsituationen zu simulieren, wenn auf der Gegenseite keine Spielerinnen stehen», erzählt die Könizerin.

Gleichzeitig loben die vier aber Trainer Luca Tarantini, der diese Vorbereitungsphase gut mit ihnen geplant und umgesetzt habe. Die Situation habe auch Vorteile, fügt Staffelbach an. «Wir konnten oft individuell trainieren, und der Coach konnte sich mehr Zeit für uns nehmen. Ausserdem haben wir dadurch bereits viel Spielpraxis sammeln können.»

Vergé-Dépré ergänzt: «Klar hoffen wir, dass die restlichen Spielerinnen bald auftauchen werden, aber wir haben uns mit der Situation abgefunden.»

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