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Er machte sich über Corona lustig und ist nun Patient Null

Rudy Gobert von den Utah Jazz infizierte sich als erster NBA-Profi mit dem Virus. Jetzt unterstützt er andere Direktbetroffene mit einer stattlichen Spende.

Rudy Gobert und sein unüberlegter Abgang an der Pressekonferenz. (Video: Twitter)

Er wollte lustig sein, zeigen, dass er die ganze Aufregung für ziemlich übertrieben hält. Corona? Pah. Als sich Rudy Gobert, Basketballprofi der Utah Jazz, zum Ende der Pressekonferenz erhob, hatte er einen brillanten Einfall. Er berührte alle Aufnahmegeräte und Mikrofone, hey, seht her, ich habe keine Angst! Ein, zwei Reporter lachten, Scherz gelungen.

Zwei Tage später, am Mittwoch, teilte sein Arbeitgeber mit: Gobert hat sich mit dem Coronavirus infiziert, als erster Spieler in der NBA. Die Meldung brachte den Spielbetrieb zum Erliegen, mindestens bis Mitte April ist Pause.

Vermutlich hat Gobert seinen ebenfalls positiv getesteten Teamkollegen Donovan Mitchell angesteckt. Das Verhältnis zum Rest Mannschaft ist zerrüttet, weil sich Gobert in der Garderobe unvorsichtig verhielt und Mitspieler sowie deren persönliche Sachen anfasste. Zwar wusste er da noch nichts von seiner Erkrankung, war aber schon erkältet.

Spott, Empörung, Entschuldigung

Der Franzose musste sich danach einiges anhören, wenig schmeichelhafte Wörter wie «Idiot» oder «Trottel» tauchten häufig auf. Auf Twitter vermischten sich Spott, Empörung und Unverständnis, während bei Gobert die Sorglosigkeit ernsteren Gefühlen wich.

«Ich habe so viele Emotionen durchgemacht seit der Diagnose, in erster Linie Angst und manchmal sogar Scham», twitterte er und schrieb reuig: «Als Erstes bitte ich alle um Entschuldigung, die ich gefährdet habe. Ich war sorglos, es gibt keine Ausrede. Ich hoffe, meine Geschichte dient als Warnung, und jeder nimmt das nun ernst.»

Dass die jüngsten Ereignisse beim 27-Jährigen zu einem Umdenken geführt haben, zeigt sich auch daran: Die Utah Jazz vermeldeten am Samstagabend via Twitter, dass Gobert 500'000 US-Dollar (rund 475'000 Franken) für wohltätige Zwecke spendet, wie das einige Berufskollegen schon zuvor getan hatten.

Das Geld soll den Angestellten der Vivint Smart Home Arena in Utah – bei Veranstaltungen arbeiten dort bis zu 800 Menschen Teilzeit – zukommen, aber auch mit dem Virus befassten Sozialdiensten in Utah, Oklahoma City und dem französischen Gesundheitssystem.

Einen guten Einfall hatte Gobert also doch noch.

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