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Erster offizieller Einsatz eines schwulen Basketballers

Der Basketballspieler Jason Collins wagte im vergangenen Jahr sein Coming-out, zu dem ihm sogar US-Präsident Barack Obama gratulierte. Doch seit dann stand er nicht mehr auf dem Platz – bis jetzt.

Spielt für die Brooklyn Nets: Jason Collins (Mitte). (23. Februar 2014)
Spielt für die Brooklyn Nets: Jason Collins (Mitte). (23. Februar 2014)
Reuters

Die Brooklyn Nets haben den schwulen Basketballer Jason Collins unter Vertrag genommen und ihm nur Stunden später eine wegweisende Premiere ermöglicht: Im Match gegen die Los Angeles Lakers wurde der 35-Jährige am Sonntag eingewechselt – erstmals in der Geschichte der vier grossen nordamerikanischen Profisport-Ligen stand damit ein männlicher Athlet auf dem Platz, der seine Homosexualität öffentlich gemacht hatte.

Collins blickt auf eine 13-jährige NBA-Karriere zurück und hatte sich im April vergangenen Jahres geoutet, nachdem sein Vertrag bei den Washington Wizards ausgelaufen war. Ein anderer Verein wollte ihn lange nicht beschäftigen, erst am Sonntag griffen die Brooklyn Nets schliesslich zu: Wenige Stunden vor Beginn der Partie gegen die Lakers durfte Collins seine Unterschrift unter einen neuen Kontrakt setzen – dessen Laufzeit sich allerdings bloss über zehn Tage erstreckt.

Nets-Manager Billy King begründete den Schritt mit «rein sportlichen» Gründen und dem kurzfristigen Bedarf eines erfahrenen und grossgewachsenen Spielers auf Collins' Position. Eine gesellschaftliche Botschaft stecke nicht hinter der neuen Chance für den Basketballer, der für sein überraschendes Coming-Out viel Anerkennung erhalten hatte. Selbst US-Präsident Barack Obama äusserte sich vergangenes Jahr in einem Telefonat mit Collins «stolz» über dessen Schritt in die Öffentlichkeit.

Vor dem historischen Einsatz am Sonntagabend äusserte sich Collins auf einer Pressekonferenz pragmatisch: «Ich habe nicht wirklich Zeit, über Geschichte nachzudenken», erzählte er der Presseschar. «Momentan konzentriere ich mich darauf, die Spielzüge zu lernen, das Deckungsverhalten, die Spielstrategie und meine Aufgabe.»

Obwohl Collins bislang überwiegend positive Reaktionen auf sein Coming-Out erntete, ist Homosexualität im US-Profisport nach wie vor ein heiss diskutiertes Thema. Dass immer noch Vorurteile bestehen, zeigt allein schon die Tatsache, dass in den vier grossen nordamerikanischen Profisportligen für Basketball, Baseball, Eishockey und Football bislang noch kein offen homosexueller Athlet Spielminuten sammeln durfte.

AFP/chk

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