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Fliegen und siegen

Vom Lago Maggiore auf die Kleine Scheidegg – schwimmend, auf dem Rad und zu Fuss. Tabea Ruegge aus Uettligen hat 226 Kilometer und über 5500 Höhenmeter in 14 Stunden zurückgelegt und den Swissman Xtreme Triathlon gewonnen.

Tabea Ruegge fährt den Grimselpass hinauf.
Tabea Ruegge fährt den Grimselpass hinauf.
zvg

Vor zwölf Jahren absolvierte Tabea Ruegge zum ersten Mal einen Gigathlon. In einem Fünferteam übernahm die ehemalige Turmspringerin das Schwimmen – und es lief ihr überhaupt nicht. «Ich war am Limit», hält sie fest. Es sollte ein Ansporn sein. Die Uettligerin trainierte fleissig und machte Fortschritte, bald einmal bestritt sie den Gigathlon allein.

Und nun hat die 33-Jährige ihren bis anhin grössten Erfolg gefeiert: Am Wochenende triumphierte sie am Swissman Xtreme Triathlon. Nach 14 Stunden und 20 Minuten lief sie als erste Frau im Ziel auf der Kleinen Scheidegg ein. «Als die Leute applaudierten, war das wahnsinnig schön für mich, ich war absolut glücklich. Denn mit dem 1. Platz hätte ich nie gerechnet», sagt sie. Auf Rang 3 klassierte sich überdies mit Cornelia Käser aus Frutigen eine weitere Bernerin.

«Du musst laufen!»

Am Samstag um 5 Uhr war Ruegge von den Brissago-Inseln in den Lago Maggiore gesprungen und losgeschwommen. Nach 3,8 Kilometer erreichte sie Ascona, wechselte auf das Rennvelo und nahm die 180 Kilometer unter die Räder, welche sie über Gotthard-, Furka- und Grimselpass nach Brienz bringen sollten. Was vielen Leuten bereits beim Lesen Schmerzen bereiten dürfte, meisterte Ruegge relativ mühelos.

Wobei: Auch die Uettligerin musste kämpfen: Weil ihr Supporter – Ehemann Martin, welcher sie vor zwölf Jahren zum Ausdauersport gebracht hatte – mit dem Auto am Grimselpass im Stau stecken blieb, musste sie sich in Brienz selbst organisieren und allein die 42 letzten Kilometer unter die Füsse nehmen. Und dann kam die Krise.

Doch plötzlich sah Ruegge von weitem die Führende, welche offensichtlich ebenfalls nicht mehr recht vorankam. «Ich wusste: Jetzt kannst du nicht mehr gehen, du musst laufen!» Ruegge packte die Chance beim Schopf, und in Grindelwald war dann auch ihr Ehemann wieder bei ihr.

Noch galt es, 9 Kilometer und die letzten 1000 der rund 5500 Höhenmeter zu bewältigen. «Zunächst hatte ich Mühe, doch dann gab mir Martin Zucker, und so hatte ich auf einmal wieder Energie, flog regelrecht den Berg hinauf», sagt Ruegge.

Mit ihrem Sieg hat sie sich selbst belohnt. Für 2018 hat sie einen der begehrten Startplätze für den Norseman Xtreme Triathlon, das Pendant zum Swissman Xtreme Triathlon, in Norwegen erhalten. Wer hätte das vor zwölf Jahren gedacht?

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