Gekämpft und gelitten

Für die beiden Berner Teilnehmer an der Ironman-WM hätte der Wettkampf kaum unterschiedlicher verlaufen können: Derweil Raphael Vorpe «Spass hatte», musste Sandra Dänzer auf die Zähne beissen.

  • loading indicator

Der Plan von Raphael Vorpe ist aufgegangen. Spass wollte der 34-Jährige haben, und zwar vom Anfang bis zum Ende des Wettkampfes, der 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen beinhaltet. «Und ich hatte Spass, auch wenn es nicht mein bester Tag war.» Letztlich erreichte Vorpe das Ziel auf dem Ali’i Drive in Kona nach 9:47:08 Stunden, wurde damit 69. in seiner Altersklasse. Der in Ittigen wohnhafte Bernjurassier war am Samstag 25 Minuten länger unterwegs als bei seinem Debüt an der Ironman-WM 2013. «Das war vor allem wegen des Gegenwindes auf der Radstrecke, er hat den ganzen Wettkampf beeinflusst», erzählt er.

Auf dem abschliessenden Marathon konnte Vorpe dafür sein Tempo durchziehen, mit der Zeit (3:31:46) zeigte er sich zufrieden, «auch wenn ich etwas schneller sein wollte, aber ich hatte auf dem Velo zu viel Kraft verloren». Eine Woche bleibt Vorpe nun noch auf Hawaii, geht wandern und schnorcheln. Und für ihn ist klar: Irgendwann will er wieder zur Ironman-WM antreten. «Sicher nicht sofort, aber meine Geschichte mit Hawaii ist noch nicht zu Ende.»

Es gab keinen Plan B

Sandra Dänzer spricht derweil von ihrem längsten Rennen überhaupt. Vor einem Jahr hatte die 44-Jährige aus Oberhofen an der Ironman-WM ihre Altersklasse gewonnen. Und obwohl sie heuer in der Vorbereitung wegen einer kalten Lungenentzündung zurückgeworfen worden war, reiste sie guten Mutes nach Hawaii. Doch es sollte anders kommen.

Bereits auf dem Rad plagten sie Magenkrämpfe. Dänzer konnte deshalb die Nahrung in Form von Gelrationen nicht zu sich nehmen. «Da ich so etwas noch nie hatte, gab es keinen Plan B», hält sie fest. Aufgeben allerdings war für Dänzer keine Option, schon nur ihrem Mann zuliebe nicht, der sie in all den Jahren unterstützte.

Aufgeben war keine Option

«Ich sage immer wieder: Wenn ich keinen technischen Defekt habe oder wirklich gesundheitliche Probleme, wird kein Rennen aufgegeben.» Und sie schaffte es. Nach 10:45:41 Stunden und als 13. ihrer Altersklasse kam Dänzer an. Und sie schaffte es. Nach 10:45:41 Stunden und als 13. ihrer Altersklasse kam Dänzer in Kona an. «Ich glaube, ich war noch nie so stolz wie in jenem Moment, als ich ins Ziel lief.» Und mit etwas Distanz gewinnt sie diesem ersten gröberen Rückschlag in ihrer Triathlonkarriere sogar Positives ab: «Ich bin mir sicher, dass dieses Rennen mich noch weit bringen wird.»

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt