«Ich bin böse auf mich, es ist einfach dumm»

Sie führte, brachte sich aber selbst um ein Topresultat: Lea Sprunger war nach ihrem 400-m-Hürdenlauf sauer.

Ist hässig mit sich selbst: Hürdenläuferin Léa Sprunger. (Video: Fabian Sanginés)

Sie hätte mehr als zwei Hände gebraucht. In der Mixed Zone vom Zürcher Letzigrund kühlte sich Lea Sprunger links und rechts den Nacken mit Eis. Dabei war ihre Problemzone weiter unten, nämlich am Knie.

In ihrem 400-Meter-Hürdenlauf begann sie hervorragend, lag sogar in Führung. «Der Start war fast perfekt, das war wirklich gut», sagte die 29-Jährige. Doch dann der Einbruch: «Bei der achten Hürde schlug ich an, das brachte mich aus dem Rhythmus.» Dazu musste sie vor der letzten Hürde einen Zwischenschritt machen, ging mit dem falschen Bein drüber und fiel sogar fast um: «Da habe ich leider ganz viel Zeit verloren.»

Ein «dummer Fehler»

Ist sie deswegen enttäuscht? «Nein, ich bin böse auf mich, es ist einfach dumm.» Es ärgert sie, dass sie in einem hochkarätigen Teilnehmerfeld schnell gewesen wäre: «Am Schluss wurde ich dennoch Fünfte.» Deshalb: «Ich rege mich über diesen dummen Fehler am Schluss auf.» Den Halt bei den Medien nutzte Sprunger dann auch, um sich das Knie zu kühlen. Zuvor lag sie völlig fertig auf dem Rücken. Sie hatte alles aus sich herausgeholt, und dazu noch das Knie beim Schlag gegen die Hürde verletzt.

Doch wie sehr schmerzt es? «Es geht noch, ich will einfach nicht, dass es morgen blau ist.» Hinsichtlich der WM in fünf Wochen nimmt sie aber auch Positives mit: «Der fünfte Platz ist sehr gut. Das Niveau war eigentlich das eines WM-Finals.» Für das abschliessende Urteil müsse sie das Rennen aber noch mit dem Trainer analysieren. Über seine Laune hat sie so eine Ahnung: «Ich denke er wird auch sehr wütend sein, weil ich den Riesenfehler gemacht habe.»

fas

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