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In Bern in Schwung kommen

2015 hat das Team Baden den WM-Titel im Curling gewonnen. Dieses Jahr will die Equipe um Skip Alina Pätz die Schweiz wieder an einem Grossanlass vertreten. Dafür holt sie sich ab Donnerstag am 49. Internationalen Berner ­Damen-Cup den Feinschliff.

Vier Frauen, ein Ziel: Nicole Schwägli, Marisa Winkelhausen, Nadine Lehmann und Alina Pätz (von links) wollen an die Olympischen Spiele.
Vier Frauen, ein Ziel: Nicole Schwägli, Marisa Winkelhausen, Nadine Lehmann und Alina Pätz (von links) wollen an die Olympischen Spiele.
Andreas Blatter

Wieder Bern, wieder im Glück? «Es ist ein spezielles Turnier, weil viele Verwandte und Freunde in der Halle sein werden», sagt Alina Pätz. Und vielleicht auch, weil die Erinnerungen an den internationalen Damen-Cup in der Hauptstadt nicht allzu schlecht sind. 2015 blieb das Team Baden während des ganzen Turniers ungeschlagen – und in diesem Stil ging es weiter. Rund zwei Monate später gewannen die Zürcherin Pätz und die Bernerinnen Nadine Lehmann, Nicole Schwägli und Marisa Winkelhausen in Sapporo (JAP) völlig überraschend den WM-Titel.

Ein gutes Omen also? «Nun, das eine hat nicht unbedingt etwas mit dem anderen zu tun», sagt Lehmann. «Diese tolle Saison hatten wir bereits im Herbst 2014 lanciert. Aber die Erinnerungen an Bern sind generell gut, weil wir die Halle und viele Leute kennen.»

Starke nationale Konkurrenz

Blickt man auf die letzten Monate zurück, lässt sich nicht von einem ähnlich berauschenden Saisonstart wie 2014 schreiben. Bis ­Ende Dezember vermochte das Team Baden lediglich an einem Turnier in die Playoffs vorzustossen, scheiterte am stark besetzten Womens Master Basel im Viertelfinal. «Wir sind bewusst etwas langsamer gestartet als in den letzten Jahren», erklärt Pätz. Im Dezember sei der Fokus auf dem Training gelegen, sportlich wie mental.

«Es geht um einen ­gezielten Aufbau», hält der Skip fest. Denn: Mitte Februar werden sich die besten sechs Formationen an den nationalen Titelkämpfen in Flims messen, der Sieger darf die Schweiz danach an der WM in Peking vertreten. «Wir setzen alles daran, in Flims bereit zu sein», sagt Schwägli.

Der Weg nach China ist indes nicht nur in geografischer Hinsicht lang. Denn: Die landesinterne Konkurrenz ist gross. Seit drei Jahren ist die Trophäe des Weltmeisters in Schweizer Hand; 2014 und 2016 reüssierte das Team Flims mit den Bernerinnen Christine Urech und Franziska Kaufmann, dazwischen die Formation um Pätz. Und: Mit Aarau (Skip Silvana Tirinzoni) figuriert überdies noch ein helvetisches Team in der erweiterten Weltspitze. Deshalb ist die Hürde, die Schweiz an einem internationalen Wettkampf vertreten zu können, entsprechend hoch – wie Pätz und Co. an den EM-Trials in Biel im Oktober erlebten.

In einer spannenden Best-of-7-Serie unterlagen sie Flims 2:4. «Natürlich waren wir enttäuscht», sagt Lehmann. «Aber solche Erfahrungen machen uns stärker. Und letztlich ist diese Konkurrenz wertvoll. Denn wenn du sie schlägst, weisst du, dass du auch international bestehen kannst.»

Fernes, grosses Ziel

Als sich die vier Frauen vor vier Jahren zusammenschlossen, definierten sie die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Südkorea 2018 als Fernziel. «Darauf arbeiten wir hin», sagt die 26-jährige Pätz, «und wir sind sowohl physisch wie auch mental auf einem guten Weg.» Vom Sport leben können Schwägli, Lehmann, Winkelhausen und Pätz trotz Weltmeistertitel nicht, sie arbeiten jeweils in einem 60-Prozent-Pensum. Doch weil sich dieses nach Jahresarbeitszeit richtet, können sie es auf den Sport abstimmen. «Wenn wir gut planen, funktioniert das, wir haben nette Chefs», sagt Schwägli.

Nebenbei gibt es eine Gönnervereinigung, welche die Frauen finanziell unterstützt. Diese nennt sich «2018er» und soll der von der ehemaligen Spitzencurlerin Mirjam Ott trainierten Equipe entsprechend helfen, ihr Fernziel zu erreichen. In den letzten zwei Jahren habe die Unterstützung leicht zugenommen, hält Pätz fest. Der WM-Titel hat sich in finanzieller Hinsicht zwar kaum ausbezahlt, «aber er war ein Türöffner, mit den Leuten in Kontakt zu treten.»

Der eine oder andere Gönner dürfte in diesen Tagen in Bern sein, das Team im Kräftemessen mit der namhaften Konkurrenz beobachten. «Wir wollen mit einem positiven Gefühl aus diesem Turnier gehen», sagt Pätz. Schliesslich handelt es sich um den zweitletzten Wettkampf vor der Schweizer Meisterschaft.

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