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Kein Titelfavorit mehr

In der letzten Saison wurde Floorball Köniz Cupsieger und Vizemeister. Davon sind die Vorstädter derzeit weit entfernt. Zumindest ein Teil des Saisonverlaufs lässt sich indes erklären.

Die Schlüsselspieler von Floorball Köniz (hier Jonas Ledergerber) suchen noch die Form der letzten Saison.
Die Schlüsselspieler von Floorball Köniz (hier Jonas Ledergerber) suchen noch die Form der letzten Saison.
Raphael Moser

Vor exakt 365 Tagen erschien in dieser Zeitung ein Artikel über den Finaleinzug von Floorball Köniz im Schweizer Cup. Die Vorstädter hatten Wiler-Ersigen niedergerungen, damit den Weg zum Titel geebnet und bewiesen, dass sie in den entscheidenden Momenten ihr Bestes abrufen können. Auch in der Meisterschaft spielten die Könizer die erste Geige. Nach dem Qualifikationssieg marschierte das Team von Trainer René Berliat bis in den Superfinal, wo es sich mit einer fehlerhaften Leistung gegen GC um den Meistertitel brachte.

Heute präsentiert sich die Situation wesentlich anders. Nach dem missratenen Saisonstart mit fünf Niederlagen in Serie zählt Köniz nur noch zum Mittelfeld der Tabelle, die Spitze ist weit entfernt. Inzwischen hat sich die Lage stabilisiert, mit 25 Punkten belegen die Vorstädter Platz sieben. Gegen die schlechter klassierten Gegner erledigen sie stets ihre Pflicht, so auch am Sonntag gegen Waldkirch St. Gallen (4:1). Allerdings unterlag Berliats Equipe in sämtlichen Duellen mit den Top 5, im Cup ist sie im Viertelfinal gescheitert. Der Trainer konstatiert, dass es «noch immer an Selbstvertrauen fehlt». Letzteres äussert sich auch darin, dass Floorball Köniz von den vier Spielen mit Verlängerung keines für sich entscheiden konnte.

«Jeder muss mehr geben»

Immerhin: Im Spiel am Sonntag erkannte Berliat Fortschritte im Spiel mit Ball, die Passqualität stimmte, das Forechecking ebenso. Aber Köniz wartet weiter auf ein Schlüsselereignis, ein Zeichen an die Konkurrenz. «Jeder muss noch mehr geben», fordert das Trainerurgestein. «Wir halten mit, müssen aber stärkere Akzente setzen.» Der Knoten kann erst bei einem Sieg gegen ein Spitzenteam platzen. Gelingt dies, könnten auch Teamstützen der letzten Saison ihre Form wieder finden.

So spielen beispielsweise der Schwede Jens Frejd, Jonas Ledergerber oder Emanuel Antener bisher unter ihrem Wert. Meist liegt die Verantwortung auf einer Angriffsformation – derjenigen mit dem erneut besten Torschützen Manuel Maurer. Anders in der starken letzten Saison; da war es genau der Trumpf der Könizer Mannschaft, mit drei ausgeglichenen Blöcken einen hohen Rhythmus durchziehen zu können. In dieser Spielzeit sind die personellen Ressourcen dafür nicht in gleichem Mass vorhanden. Die Abgänge von Luca Graf und Raphael Berweger fallen stärker ins Gewicht als erwartet.

Kein Ersatz für Kjellman

Im Herbst kam von Christian Kjellman die Hiobsbotschaft: Der Schwede musste sich einer Herzoperation unterziehen, fällt die gesamte Saison aus. Sämtliche Meisterschaften hatten zu diesem Zeitpunkt ihren Betrieb aufgenommen, die Suche nach einem Ersatz gestaltete sich kompliziert. Sportchef Heinz Zaugg prüfte Möglichkeiten im In- und Ausland – auch Simon Flühmann, den es nach seiner Rückkehr aus Schweden aber zurück zu Schlusslicht Grünenmatt zog.

Seit dem 31. Dezember ist das Transferfenster geschlossen, die Verpflichtung eines Ersatzes daher vom Tisch. Die Aggressivität des Routiniers Kjellman könnte Köniz gut gebrauchen. Trainer Berliat hat mehrfach wiederholt, dass sein Team mit der notwendigen Intensität ans Werk gehen muss. Vor einem Jahr hatte er darob keine Sorgen. Stellvertretend für die Diskrepanz steht das Bild zum eingangs erwähnten Artikel. Darauf ist der kahlköpfige Kjellman zu sehen. Mit geballter Faust stösst er einen Freudenschrei aus.

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