Komplizierte neue TV-Welt

Immer mehr Anbieter tummeln sich auf dem Bezahlfernseh-Markt. Wir liefern eine Übersicht, was wo zu sehen ist.

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(Bild: zvg)

Reto Pfister

Einfach den Fernseher einschalten und Sport schauen, das geht nicht mehr. Sport ist beliebt, daher sind auch kommerzielle Sender bestrebt, zu Übertragungsrechten zu gelangen. Umgekehrt sind die Verbände auch an Ver­trägen mit den Bezahlfernseh-Anbietern interessiert. Das Geld, das sie dadurch einnehmen, fliesst zum Teil wieder zurück an die Vereine. Der FC Thun beispielsweise konnte so auf die laufende Saison hin mit einem Mehrertrag rechnen, der die finanzielle Situation des Klubs erheblich verbessert.

Neuer Anbieter Mysports

Auf die Saison 2017/2018 wird der Schweizer TV-Zuschauer erstmals mit mehreren grossen Anbietern konfrontiert. Bis jetzt waren im Pay-TV-Bereich sowohl die Spiele der Super League (Fussball) wie auch der National League (Eishockey) auf Swisscom-TV und Teleclub zu sehen. Mit dem vom Kabelnetzanbieter UPC ins Leben gerufenen Sender Mysports ist nun aber ein grosser Konkurrent auf den Markt getreten.

Mysports hat sich die Rechte für die Eishockeymeisterschaftsspiele gesichert. Diese Über­tragungen sind nur für Kabel-TV-Kunden zugänglich. Die Fussballspiele hingegen lassen sich mit einem Teleclub-Abonnement auch auf dem Kabelnetz ver­folgen.

Streaming wird wichtiger

Wie kompliziert die TV-Welt geworden ist, lässt sich auch am Beispiel der Liveübertragungen der Fussballbundesliga erklären. Aus kartellrechtlichen Gründen wurde in Deutschland neben dem bisherigen Anbieter Sky (266 Spiele) auch Eurosport (40 Spiele) bei der Rechtevergabe berücksichtigt. Dieses Paket erwarb in der Schweiz Swisscom/Teleclub, das Sky-Paket hingegen ging an ­Mysports.

Inzwischen hat sich Sky dazu entschieden, selbst in der Schweiz tätig zu werden. Mittels Sky-App können die 266 Partien per Streaming im Internet verfolgt werden. In einigen Monaten wird es wohl auch möglich sein, als Swisscom-TV- oder Teleclub-Abonnent diese Spiele am Fernsehen zu verfolgen.

Mit DAZN ist zudem ein britischer Streaminganbieter auch in der Schweiz aktiv. Nur dort sind etwa Liveübertragungen der spanischen Primera División zu verfolgen. Wer alle Angebote abonnieren will, muss mit Kosten um die 2500 Franken pro Jahr tief in die Tasche greifen.

Übersicht über alle Angebote:Zum Vergrössern anwählen.

Berner Zeitung

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