Lange ohne Schlüssel im Schlüsselspiel

Wacker verliert in Winterthur 28:31. Damit führt Pfadi in der Halbfinalserie 2:1 und kann in Thun am Donnerstag in die Endspiele einziehen.

Kein Durchkommen: Der grippegeschwächte Nicolas Suter bleibt hängen.

Kein Durchkommen: Der grippegeschwächte Nicolas Suter bleibt hängen.

(Bild: Freshfocus)

Adrian Horn

Da soll noch einer sagen, die Axa-Arena lasse keine Wünsche offen. Zum vierten Mal spielten die Thuner in der neuen Bleibe Pfadis, zum vierten Mal unterlagen sie. Die möglicherweise modernste Handballhalle des Landes – sie liegt ihnen offenbar so gar nicht. Die Axa-Arena ist vielmehr, nun ja, so was wie eine Lebensversicherung für die Winterthurer, die zu Hause im Playoff ungeschlagen sind.

Wacker erinnert am Wochenende des Winter-Comebacks erst an jenes Team, das im Februar gleich reihenweise verlor, taut nach der Pause auf und heizt den Zürchern nun mächtig ein. Viel besser verteidigen die Berner Oberländer jetzt, die Gastgeber machen einen zunehmend ratlosen Eindruck, sie scheitern oft am wie in Partie zwei eingewechselten Keeper Flavio Wick, der erneut gross aufspielt. Und so gleicht Martin Rubins Team zehn Minuten vor Schluss zum 24:24 durch den sehr überzeugenden Nicolas Raemy aus, nachdem es zur Halbzeit mit fünf Toren Unterschied in Rückstand lag.

Der Meister verblüfft mal wieder. Er kann im zweiten Umgang nicht auf den grippegeschwächten Nicolas Suter zurückgreifen; mit Damien Guignet scheint ein weiterer Linksaufbauer schwer angeschlagen. Den Westschweizer plagen nach seinem Treffer zum 12:15 Beschwerden an der linken Schulter. All das hält den Cupsieger nicht davon ab, eine sehr starke zweite Hälfte hinzulegen. Adrian Brünggers Mannschaft scheint angezählt, bewahrt aber kühlen Kopf, verwirft in der Schlussphase bloss einmal, sodass sie doch noch reüssiert, 31:28.

2:1 führt Pfadi damit, und triumphieren die Winterthurer am Donnerstag in der Lachenhalle (20.15 Uhr), endet Wackers Saison an jenem Abend. Mit der sonntäglichen Begegnung verloren die Thuner zumindest ein Schlüsselspiel. In den letzten 19 (!) Playoff-Serien hatte sich jeweils jene Equipe durchgesetzt, welche in Match drei siegreich gewesen war. Das dritte Aufeinandertreffen gewonnen haben die Kadetten aus Schaffhausen, die sich gegen Bern für den Final qualifizierten.

2 Spieler, 22 Tore

Die Partie in Winterthur zeigte derweil auf, dass die Oberländer über die grösseren Möglichkeiten verfügen als ihr Widersacher. Einige Topchancen liessen sie aus, in den ersten 30 Minuten passte hinten und vorne einiges nicht, sie fanden lange kein Mittel – und dennoch hatten sie bis kurz vor Schluss die Gelegenheit, das Break zu realisieren. Bei den Winterthurern ist eine Menge von Kevin Jud und Marvin Lier abhängig, welche je elfmal erfolgreich waren. Die Chancen des Titelverteidigers auf den abermaligen Vorstoss in die Ausmarchung – sie sind intakt, trotz Ausfällen und obwohl einige Akteure angeschlagen sind.

Das Problem der Thuner ist bloss: Partie 5 fände in der Axa-Arena statt.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt