Lehrstunde für den Aufsteiger

Unihockey

Thun hat das Heimspiel gegen Köniz mit 4:9 verloren. Die Vorentscheidung zugunsten des Leaders fiel im Mitteldrittel.

Im Zentrum des Geschehens: Thun-Torhüter Thomas Fankhauser hat gegen Köniz alle Hände voll zu tun.

Im Zentrum des Geschehens: Thun-Torhüter Thomas Fankhauser hat gegen Köniz alle Hände voll zu tun.

(Bild: Markus Grunder)

Raphael Hadorn

Mit einer starken Parade gegen Florian Kuchen verhindert Thomas Fankhauser mit der Schlusssirene das «Stängeli». Ein kleines, persönliches Erfolgserlebnis für den 25-Jährigen im Tor der Thuner. «Zweistellig will man nicht verlieren», bestätigt er die Wichtigkeit der Parade. An Fankhauser lag es nicht, dass die Thuner gegen den Leader meist das Nachsehen hatten, auch wenn er selber sagt: «Wenn du neun Gegentore kassierst, kannst du mit der eigenen Leistung nicht zufrieden sein.»

Köniz mit vielen WM-Fahrern

Thuns Finne Matti Taurama war der einzige Ausländer, der im Derby zum Zug kam. Wie die Berner Oberländer bestreitet auch Köniz die Saison mit nur einem Söldner. Dieser, der Schwede Christian Kjellman, fehlte jedoch in der MUR-Halle verletzungsbedingt. Eine verkraftbare Absenz für den Vizemeister von 2013. Zu gut sind die Schweizer im Kader des tschechischen Coachs Tomas Trnavsky. Während für das provisorische WM-Aufgebot kein Thuner berücksichtigt wurde, figurieren in diesem gleich sieben Könizer.

Dass aber auch der Leader nicht unverwundbar ist, offenbarte sich in der Doppelrunde am letzten Wochenende. Gegen Malans kassierte Köniz die erste Niederlage (4:6), und gegen den Tabellenvorletzten Uster liess man beim 7:6-Sieg nach Verlängerung ebenfalls einen Punkt liegen.

Thuner Kaltstart

Doch der Leader vermag in der MUR-Halle die geforderte Reaktion zu zeigen – und das bekommen die Thuner von Anfang an zu spüren. Bereits nach vierzehn Sekunden verwandelt Emanuel Antener einen schönen Querpass mittels Direktabnahme. Und auch das 0:2 in der neunten Minute geht auf das Konto des ehemaligen Schweden-Söldners. «Er spielt nicht ohne Grund in der Nationalmannschaft», kommentiert Fankhauser trocken die Leistung des Könizers.

In der Folge begegnen sich die beiden Teams auf Augenhöhe, bis sich Lukas Ledergerber gegen Oliver Stulz nur mit unfairen Mitteln zu helfen weiss (17.). Es ist der Gefoulte höchstpersönlich, der in Überzahl den Anschlusstreffer erzielt. Und so fällt die Vorentscheidung erst gegen Ende des zweiten Spielabschnitts. Zuerst scheitert Ryan Winkler – es steht mittlerweile 1:4 aus Sicht der Thuner – am Pfosten (38.), ehe Yves Pillichody und Samuel Schneiter innert einundzwanzig Sekunden zwei Tore zum 1:6-Pausenstand erzielen. Eine Lehrstunde für die Thuner im Mitteldrittel (0:4).

Ungebrochene Moral

«Wir wären nicht Thun, wenn wir nicht bis zur letzten Minute kämpfen würden», sagt Fankhauser nach dem Spiel. Wie wahr: Trotz aussichtslosem Rückstand lässt das Heimteam den Kopf zu keinem Zeitpunkt hängen und betreibt in der Schlussphase Resultatskosmetik. Unter anderen treffen mit Cédric Fröhlich und Adrian Saurer auch noch zwei Ex-Könizer.

Ein persönliches Erfolgserlebnis für die beiden – wie Fankhausers «Save» in der Schlusssekunde. Szenen, die von einer intakten Moral zeugen. Wichtig nach dem Fall unter den Strich (Rychenberg Winterthur siegte bei den Kloten-Bülach Jets gleich mit 17:3) – und für die kommenden Aufgaben: Am Freitag (20 Uhr) gastiert der amtierende Meister Wiler-Ersigen in der MUR-Halle. Zwei Tage später steht der Cupviertelfinal gegen Malans – den Meister von 2013 – auf dem Programm, ehe das Auswärtsspiel bei den Tigers ansteht.

Berner Oberländer

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