Lichterlöschen in der Lachenhalle

Wacker Thun unterliegt Pfadi Winterthur zu Hause 25:30, womit die Saison der Oberländer im Playoff-Halbfinal endet. Der Cupsieger wirkt in seiner Derniere müde.

Geschlagen: Marc Winkler kann einen Winterthurer Treffer nicht verhindern.

Geschlagen: Marc Winkler kann einen Winterthurer Treffer nicht verhindern.

(Bild: Christian Pfander)

Adrian Horn

Exakt 10 Minuten sind noch zu spielen, als Reto Friedli das Publikum ein letztes Mal auffordert, Stimmung zu machen. Er rudert in seiner unnachahmlichen Art mit den Armen, schreit in Richtung Tribüne, klopft sich auf jenen Teil des Trikots, den das Clublogo ziert. Umsonst. 21:26 liegt Wacker hinten, das finale Aufbäumen sollte von kurzer Dauer sein. Eine lange Saison endet um 21.48 Uhr. Friedli guckt erneut auf die Ränge, mit grossen Augen. Tränen fliessen. Nicht nur beim Vorkämpfer.

Es ist eine bittere Derniere. Gegen so manche Widrigkeit hatten sich die Thuner erfolgreich gestemmt heuer, Ausfälle verzeichneten und anderweitiges Pech bekundeten sie. Das Out im Viertelfinal vermochten sie in extremis abzuwenden. Nun aber ist Schluss. Und die Vorstellung, die das Aus besiegelt, ist keine gute.

Die Winterthurer müssen auf Cédrie Tynowski verzichten; das ist ihr Captain und vor allen Dingen einer von bloss zwei Linkshändern. Rechtshänder agieren deswegen am rechten Flügel, und sie können nicht verbergen, dass sie, nun ja, keine Linkshänder sind. Überdies fehlt Pfadi Kevin Jud, und das ist die zentrale Figur im Spiel der Zürcher.

Die Berner Oberländer vermögen daraus kein Kapital zu schlagen. Sie wirken müde und bekunden jenes Pech, welches das Gegenüber vor Wochenfrist hatte, als es reihenweise Pfosten- und Lattenschüsse verzeichnete. Sie können Ivan Wyttenbach nicht einsetzen, ihren Topskorer, der an der Ferse verletzt ist, hinkt und sich auf das Ausführen der Strafwürfe beschränken muss.

Zur Pause führen die Hausherren vor 1780 Zuschauern (15:14). Als sie sich später mit einem Dreitorerückstand konfrontiert sehen, verlieren sie die Nerven. Sie werfen nun sehr früh und oft unpräzise, sodass Matias Schulz, Pfadis Keeper, Matchwinner ist, obwohl er lange wenig hielt. 30:25 gewinnen die Winterthurer, sie setzen sich mit 3:1 Siegen durch und ziehen in den Playoff-Final ein, wo sie auf Schaffhausen treffen.

Die Schiedsrichter und Pfiffe

Die Akteure beider Mannschaften begehen viele technische Fehler, wobei es sich häufig um Stürmerfouls handelt, Stürmerfouls, die hüben wie drüben nicht ausnahmslos auch wirklich welche waren. Hristo Boshkoski und Lukas Stalder, die Schiedsrichter, geniessen in der Lachenhalle nicht viele Sympathien; ihre Popularitätswerte steigen kaum. Als nach der Partie ihre Namen fallen, wird gepfiffen.

«Sehr gut – aber unbefriedigend»: Der Kommentar von Sportredaktor Adrian Horn zum vorzeitigen Saisonende von Wacker Thun.

Berner Zeitung

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