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Londons schweres Erbe vor den Olympischen Spielen 2012

Wenn die Olympischen Spiele 2012 in London zu Ende gehen, bleibt eine 80'000 Zuschauer fassende Arena. Die Nutzung danach ist wieder ungewiss.

Was geschieht mit der Arena nach den Olympischen Spielen? Das Olympiastadion in Stratford.
Was geschieht mit der Arena nach den Olympischen Spielen? Das Olympiastadion in Stratford.
Keystone

Die Olympischen Spiele 2012 in London sind zwar noch 287 Tage entfernt, aber über das Erbe der Olympischen Spiele wird schon heftig gestritten. Der Entscheid über die Nutzung des Olympia-Stadions nach den Spielen drohte laut einem Bericht der «BBC online» vor dem Europäischen Gerichtshof zu landen.

Eigentlich wollten die Organisatoren der Olympischen Spiele 2012 in London beweisen, wie nachhaltig auch das Erbe der Spiele geplant werden kann. Der arme Osten Londons sollte längerfristig von den Spielen profitieren, dazu sollten die 30. modernen Olympischen Spiele den englischen Sport fördern, und die grossen Ausgaben sollten mindestens zum Teil längerfristig wettgemacht werden. Im Fokus steht dabei das Olympiastadion. Um die nacholympische Zukunft zu gestalten, wurde die Olympic Park Legacy Company (OPLC) ins Leben gerufen.

Kampf ums Stadion

Einen grossen Teil der Kosten für die Olympischen Spiele, welche sich auf umgerechnet rund 13,1 Milliarden Franken belaufen, trägt der Steuerzahler – allein das Stadion kostete rund 730 Millionen Franken. Die OPLC sollte für die Nachnutzung des Olympiastadions eine Lösung finden. Tatsächlich waren die Fussballvereine Tottenham Hotspur, West Ham United und Leyton Orient interessiert am Stadion. Der Championship-Vertreter West Ham erhielt schliesslich den Zuschlag.

Doch Premier-League-Klub Tottenham und League-One-Verein Leyton Orient wollten sich nicht geschlagen geben, da sie glaubten, dass es bei der Vergabe nicht mit rechten Dingen zugegangen war. Am High Court of Justice wollten die Vereine klagen und am Europäischen Gerichtshof ging eine anonyme Klage ein. Die OPLC machte daraufhin die Vergabe an West Ham rückgängig, um eine lange Gerichtsverhandlung zu verhindern und die Chance zu wahren, dass das Stadion schnellstmöglich genutzt wird.

Der Staat zahlt

Nun soll das Stadion auf Mietbasis vergeben werden, um den höchsten Wert für die Steuerzahler rauszuholen, welche das Olympia-Projekt durch die öffentliche Hand finanziert haben. West Ham und Orient wollen beide wieder ihr Glück bei der Vergabe versuchen. Jedoch wird die öffentliche Hand über die OPLC noch längerfristig finanziell eingebunden sein. So muss sie die Kosten dafür tragen, die 80'000 Zuschauer fassende Arena auf 60'000 Plätze zu verkleinern.

Durch Konzerte, Fussballspiele und andere Veranstaltungen soll weiteres Geld generiert werden. Die Zukunft des Stadions wird aber über Monate offen bleiben. 2017 möchte London die Leichtathletik-WM veranstalten, im November entscheidet die IAAF über den Austragungsort. Die Chance darauf ist durch das Seilziehen um die Zukunft des Stadions nicht gestiegen.

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