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Nur Cheerleader war er noch nicht

LeBron James steht im achten NBA-Final de suite. Mit 33 bleibt der Star der Cleveland Cavaliers zeitlos gut.

Basketball-Überflieger und Mann der grossen Momente: LeBron James steht zum achten Mal in Serie im NBA-Final.
Basketball-Überflieger und Mann der grossen Momente: LeBron James steht zum achten Mal in Serie im NBA-Final.
Keystone
In Spiel 7 der Halbfinal-Serie beschrieb Trainer Tyronn Lue seinen Star als «perfekten Captain eines tollen Teams».
In Spiel 7 der Halbfinal-Serie beschrieb Trainer Tyronn Lue seinen Star als «perfekten Captain eines tollen Teams».
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Im Final warten die Golden State Warriors. Gegen den Titelverteidiger rund um Kevin Durant und Stephen Curry (Bild) sind die Cavaliers Aussenseiter.
Im Final warten die Golden State Warriors. Gegen den Titelverteidiger rund um Kevin Durant und Stephen Curry (Bild) sind die Cavaliers Aussenseiter.
Keystone
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Ein Coach ist immer dann glücklich, wenn seine besten Spieler auch seine härtesten Arbeiter sind. So gesehen muss Tyronn Lue für den Titel des «glücklichsten Coachs der Welt» zwingend infrage kommen. Er ist der Cheftrainer der Cleveland Cavaliers, seine Lebensversicherung heisst LeBron James.

Nach dem Finaleinzug durch den Sieg in Spiel 7 in Boston war Lue sehr glücklich: «LeBron war der perfekte Captain eines tollen Teams.» Kaum überraschend stützte James’ Arbeitsprotokoll die Aussage: 35 Punkte, 15 Rebounds und 9 Assists. Das nur wenige Tage nachdem das Team beim 2:3 in der Serie das Saisonende vor Augen gehabt hatte.

Mit dem Comeback belehrten sie auch die Skeptiker eines Besseren. Das sei für ihn eine zusätzliche Motivation gewesen, gibt James zu: «Am Tag des Transferschlusses sagte ich mir: Versuchen wir, das Maximum herauszuholen. Ich war entschlossen, den letzten Tropfen aus der Orange herauszupressen. Das ist ein unglaubliches Resultat für uns.»

James, der Schwerstarbeiter

Bemerkenswert ist besonders, dass aus der «Orange» mit der Nummer 23 noch Saft fliesst, in einer Saisonphase, in der jedes Duell noch erbitterter geführt und jeder Ellbogen noch weiter ausgefahren wird. 48 Minuten stand der Überspieler in Boston auf dem Parkett, er verpasste also keine einzige Sekunde. Das liegt auch daran, dass Kevin Love, der andere Fixpunkt im Team, wegen einer Gehirnerschütterung ausfiel.

Seit er vor 15 Jahren als Nummer 1 gedraftet wurde, ist James die Konstante der NBA. Pausen gönnt sich der 33-Jährige auch sonst kaum, mehr als 41 Minuten pro Spiel macht er in diesem Playoff. In all den Jahren hat er nur 87 Spiele in der Regular Season verpasst, nicht einmal sechs Abende pro Saison. Heuer fehlte er nie. Nötig hätte er diesen Aufwand längst nicht mehr, das Magazin «Forbes» schätzte seine Einnahmen im Vorjahr auf 86 Millionen US-Dollar. «Geld ist wichtig, aber mein Antrieb ist, dass ich immer noch besser werde», so James.

Je aussichtsloser, umso besser

Besonders gut gelingt ihm dies immer dann, wenn er mit seinem Team mit dem Rücken zur Wand steht. Die Maxime ist einfach: Je aussichtsloser die Situation, desto stärker ist James. Und gefordert wird er häufig, seit er 2014 aus Miami in seine engere Heimat zurückkehrte: Die «Cavs» sind ein durchschnittliches Team, erst «King James», wie er genannt wird, macht sie kompetitiv. Er ist ihr «Mann für alle Fälle»: Skorer, Assistent, Rebounder, Blocker, Defender – unbestätigten Gerüchten zufolge wurde er einzig als Cheerleader noch nicht angefragt.

Auch mental ist James nicht zu zerstören: In Boston gewann er sein sechstes Entscheidungsspiel in Serie. Bostons Trainer Brad Stevens fasste seine Bewunderung in Worte: «Wir spielen bis Ende Mai, die Saison hat am 25. September begonnen. Jeden Tag denken wir nur an den NBA-Final. Er hat es achtmal in Serie geschafft, das ist vollkommen ­verrückt.»

Wie immer: «Ich gegen alle»

Die Ausgangslage «Ich gegen alle» – sie ist ein steter Wegbegleiter in James’ Karriere. Stets war es so, wenn der Mann aus der Kleinstadt Akron für seinen «Stammclub» auflief. Die einzige Ausnahme ist sein vierjähriger Abstecher nach Miami. Dort verzauberte er an der Seite von Chris Bosh und Dwyane Wade die gesamte Liga und gewann seine ersten beiden NBA-Ringe. Den Hunger hat er sich aber bewahrt: «Ich will jedes Mal, wenn ich einen Platz betrete, gewinnen, egal, ob im Training oder im NBA-Final.»

Nun lautet die Finalaffiche etwas überspitzt zum vierten Mal in Serie LeBron James gegen die Golden State Warriors. Die Favoritenrolle liegt klar beim Team um Kevin Durant und Stephen Curry. Eines ist aber klar: Die Cleveland Cavaliers werden bis zur letzten ­Sekunde alles geben. Wie beim einzigen Meistertitel 2016, als sie ein 1:3-Defizit umbogen. Und wie immer, wenn der weltbeste Basketballer bei ihnen spielt.

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