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Olympia lockt ein Berner Trio

Olympia lockt: Tanja Frieden (Snowboardcross) kann ihren Berner Kolleginnen Fränzi Mägert-Kohli (Snowboard-Parallel-Riesenslalom) und Fränzi Steffen (Skicross) im Hinblick auf «Vancouver 2010» ein paar Tipps geben.

Drei Bernerinnen, ein grosses Ziel: Fränzi Mägert-Kohli, Fränzi Steffen und Tanja Frieden (von links) wollen sich für Olympia qualifizieren und in Vancouver für Furore sorgen.
Drei Bernerinnen, ein grosses Ziel: Fränzi Mägert-Kohli, Fränzi Steffen und Tanja Frieden (von links) wollen sich für Olympia qualifizieren und in Vancouver für Furore sorgen.
Andreas Blatter

Bis zur Eröffnungsfeier dauert es noch über vier Monate, und doch sind die Olympischen Winterspiele in Vancouver für drei Wintersportlerinnen aus dem Berner Oberland schon omnipräsent. «Die Aussicht auf die Teilnahme sorgt für eine Riesenmotivation», sagt Alpin-Snowboarderin Fränzi Mägert-Kohli mit leuchtenden Augen. Tanja Frieden und Fränzi Steffen nicken zustimmend – auch die Snowboard- und die Skicrosserin beschäftigen sich schon intensiv mit dem Megaevent. «Der Inuksuk begleitet mich jeden Tag», erzählt Frieden. Die Thunerin spricht von einer Steinskulptur der Inuit-Eskimos, die auf dem Logo der Winterspiele in Kanada abgebildet ist. Alle Schweizer Olympiakandidatinnen und -kandidaten haben von Swiss Olympic ein derartiges «Steinmännchen» erhalten. Die Steffisburgerin Mägert-Kohli und die Saanerin Steffen haben den Inuksuk in den eigenen vier Wänden gut sichtbar aufgestellt und lassen sich von ihm immer wieder an das grosse Ziel erinnern.

Der Rat von Heinz Frei

Tanja Frieden ist die Einzige aus dem Trio, die bereits Olympiaerfahrung gesammelt hat – bekanntlich mit durchschlagendem Erfolg. «Mein wichtigster Tipp ist, die Olympischen Spiele als Chance zu sehen», sagt die 33-Jährige. Diesen Rat gab ihr vor «Torino 2006» Rollstuhlsportler Heinz Frei mit auf den Weg. Überhaupt informierte sie sich damals bei diversen Olympioniken darüber, was sie erwarten könnte. Ein grosser Teil der Arbeit sei vor dem eigentlichen Wettkampf zu erledigen, erklärt sie deshalb. «Je genauer das Bild im Kopf ist, desto besser bist du vorbereitet.»

Die beiden Fränzis hören der Olympiasiegerin interessiert zu. Als Steffen zugibt, dass sie bisher noch nie in Vancouver gewesen ist, sagt Frieden schmunzelnd: «Da gibts nur eines: ab ins Flugzeug und nach Kanada.» Skicrosserin Steffen fehlte im letzten Winter bei der Hauptprobe auf Grund eines Kreuzbandrisses. Mit Hilfe einer DVD hat sie sich seither aber ein Bild über die Verhältnisse gemacht und sich mit dem Hangprofil beschäftigt. «Zudem werden wir schon 14 Tage vor dem Wettkampf anreisen», berichtet die 28-Jährige.

Hang mit Meersicht

Mägert-Kohli machte im vergangenen Winter in Cypress Mountain, wo Snowboarder und Freestyler im kommenden Februar um Edelmetall kämpfen werden, nicht nur gute Erfahrungen. Weil die Piste miserabel präpariert war, beschlossen die Teams, den vorolympischen Wettkampf zu boykottieren. Trotzdem strahlt die 27-Jährige Vorfreude und Optimismus aus. «Im Training hatte ich ein hervorragendes Gefühl, das Gelände ist für einen Parallel-Riesenslalom ausgezeichnet geeignet. Zudem gefällt mir die Stadt.» Auch Frieden schwärmt «vom schönen Hang mit Meersicht».

Die Thunerin teilt ihren Kolleginnen noch eine weitere Erkenntnis mit: «Die Spiele mit dem ganzen Drumherum sind etwas sehr Spezielles, aber der Wettkampf ist vom Ablauf her ein Rennen wie jedes andere.»

Die Vorfreude beim Trio ist schon jetzt gross, doch alle sind sich bewusst, dass zuerst die Qualifikation geschafft werden muss. Tanja Frieden muss sich im starken helvetischen Team behaupten, Fränzi Mägert-Kohli muss sich als Weltklassefahrerin bestätigen, und Fränzi Steffen muss nach der Verletzungsserie rasch wieder den Anschluss an die Spitze schaffen. Garantie gibt es keine, aber die Aussichten sind gut, zumal die drei unisono sagen: «Für Olympia geben wir alles.»

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