Zum Hauptinhalt springen

Orlik, der Berner

Curdin Orlik, Bruder des Nordostschweizer Spitzenschwingers Armon Orlik, ist seit dieser Saison Teil des Berner Kaders. In Tramelan überzeugt der gebürtige Bündner mit Platz 7.

Curdin Orlik – der Bündner im Berner Team.
Curdin Orlik – der Bündner im Berner Team.
Keystone

Curdin Orlik, sind Sie Berner oder Bündner?

Der 24-Jährige lacht, «das ist eine geile Frage», meint er, beginnt zu überlegen – und verspricht sich dann doch. «Ich fühle mich als Berner, ähhh als Bündner natürlich», sagt der Sennenschwinger. Klar, Orlik ist Bündner, wie Bruder Armon, Schlussgang-Teilnehmer am «Eidgenössischen» in Esta­vayer, kommt er aus Maienfeld.

Seit dieser Saison aber schwingt er für den Berner Teilverband. Was viele verwundert zur Kenntnis nehmen. Des Rätsels Lösung? Orlik studiert in Zollikofen Agronomie; er lebt in Kandersteg, mit seiner aus dem Oberland stammenden Partnerin hat er einen einjährigen Sohn.

Im Herzen sei er ein Bündner geblieben, gesteht er, «aber ich bin hier bestens integriert». Als er erstmals mit dem Berner Kader trainierte, bekam er ein paar Sprüche zu hören. «Aber die waren nicht böse gemeint – im Gegenteil.»

Orgel- und Nervenspiel

Curdin Orlik ist zwei Jahre älter als Armon, aber trotz zweier Kranzfestsiege längst nicht so erfolgreich. Er investiert auch nicht ganz so viel in den Schwingsport wie sein Bruder, wenngleich auch sein Trainingspensum beachtlich ist. Zwei bis drei Einheiten wöchentlich absolviert er im Sägemehl, Gleiches gilt für das Training im Kraftraum.

Oft übt er mit Willy Graber, aber auch mit den besten Oberländern wie Matthias Glarner und Kilian Wenger. Im Bernbiet sei das Niveau unwesentlich höher als im Nordostschweizer Teilverband, «aber an der Spitze ist die Konkurrenz viel grösser. Die Breite ist enorm.»

Der einstige Judokämpfer, welcher überdies ein talentierter Orgelspieler ist und gelegentlich in der Kirche von Kandersteg musiziert, will heuer regelmässig den Kranz gewinnen, was ihm zuletzt am «Emmentalischen» als Fünfter und gestern dank vier Siegen als Siebter problemlos gelungen ist.

In Tramelan wurde er vom Einteilungskampfgericht nicht eben begünstigt; im ersten Gang musste er sich von Matthias Sempach trotz starker Gegenwehr bodigen lassen, zum Abschluss hatte er gegen Christian Stucki das Nachsehen.

Die Qualifikation für den Unspunnen-Schwinget dürfte Formsache sein, und spätestens in Interlaken könnte es unangenehm werden für Orlik, wenn er mit den Bernern die Nordostschweizer Delegation konkurrenzieren wird.

«Natürlich könnte dieses Fest zum Nervenspiel für mich werden. Aber man wird mich kaum gegen ­Armon einteilen. Und ich weiss, zu welcher Mannschaft ich jetzt gehöre.» Sein Studium schliesst Orlik bald ab; er liebäugelt damit, längerfristig im Oberland zu leben. Und damit, ein Berner Schwinger zu bleiben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch