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Sandra Graf erhält nach Hunkeler-Massensturz eine zweite Chance

An den Paralympics in Peking kam es im 5000-m-Rollstuhlrennen der Frauen nach einem Massensturz zu dramatischen Szenen. Das Rennen wird wiederholt, womit Sandra Graf eine zweite Chance erhält. Edith Hunkeler wurde disqualifiziert.

Haarsträubende Szenen spielten sich im mit 85 000 Zuschauern besetzten «Vogelnest» 500 m vor dem Ziel ab. Sandra Graf (Innenbahn) und Edith Hunkeler (Bahn 2) bereiteten sich auf den Endkampf vor. Ausgangs Kurve zog Edith Hunkeler nach innen, touchierte den Rennstuhl ihrer Teamkollegin und verursachte einen Massensturz, in den neben ihr fünf weitere der elf Fahrerinnen verwickelt wurden. Sandra Graf wurde dadurch aus der Entscheidung geworfen.

Beim Zielsprint lagen Rollstühle und Fahrerinnen auf der Bahn, Funktionäre versuchten die Zielgerade zu räumen. Die Schweizer Delegation legte mit den Australiern und Amerikanern wegen Behinderung Protest gegen die Wertung ein. Edith Hunkeler wurde in der Polyklinik des Paralympic Village auf allfällige Verletzungen untersucht. Sie zog sich Prellungen am ganzen Körper zu und wird am Mittwoch entscheiden, ob sie weitere Rennen bestreiten kann.

Grosse Ehre: Schmid überreicht Medaillen

Obwohl der Protest rechzeitig eingereicht wurde, führten die Organisatoren die Siegerehrung nach Protokoll durch und Bundesrat Samuel Schmid übergab die Medaillen. Nach einer weiteren Protestnote der Schweizer musste die Siegerehrung annulliert werden. Das Rennen wird wiederholt. «Ich erhalte eine zweite Chance und werde diese zu nützen versuchen», erklärte Sandra Graf, die direkt nach dem Rennen feststellte, der vierte Platz passe zu ihrer Paralympics-Karriere. 2004 verpasste sie eine Medaille durch einen Defekt an der Steuerung. Aus ihrer Sicht könnte Edith Hunkeler von hinten einen Schlag erwischt haben und nach innen gedrängt worden sein.

Schweizer Paralympier medaillenlos

Nach dem 5000-m-Zwischenfall qualifizierte sich der unterschenkelamputierte Sprinter Christoph Bausch (Pfäffikon) über 100 m für den Final, Rollstuhl-Allrounder Marcel Hug (Pfyn/Luzern) über 400 m und 5000 m für die Halbfinals. Bei den Tennisspielern überstand zuvor einzig Daniel Dalla Pellegrina die erste Runde. Die Schweiz wartet damit nach dem zweiten Tag weiterhin auf die erste Medaille.

si/cal

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