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Scheidung in Harmonie

Trainer Luca Tarantini reagiert beherrscht darauf, dass er von Köniz wenige Wochen vor Saisonende beurlaubt worden ist.

Trainer Luca Tarantini wurde von Köniz wenige Wochen vor Saisonende beurlaubt.
Trainer Luca Tarantini wurde von Köniz wenige Wochen vor Saisonende beurlaubt.
Andreas Blatter

Verwirrung herrscht. «Aus persönlichen Gründen legt Luca Tarantini sein Amt als Cheftrainer des Teams nieder»: Das steht seit gestern Morgen auf der Website von Edelline Köniz. Das Textchen ist verlinkt mit der Pressemitteilung – in welcher die Verantwortlichen des sechsmaligen Meisters schreiben: «Heute haben wir entschieden, einen neuen Cheftrainer einzusetzen.»

Ja, was denn nun? Markus Jampen, Marketing- und Kommunikationschef des Nationalliga-A-Klubs, erklärt: «Teile der Equipe standen nicht länger hinter dem Konzept des Coachs. Das hat uns veranlasst, uns mit Tarantini und einer Spielervertreterin an einen Tisch zu setzen.

Danach haben wir beschlossen, einen neuen Mann zu installieren – auch vor dem Hintergrund, dass der Trainer den Wunsch geäussert hat, früher nach Italien zurückzukehren.»

Luca Tarantini jedenfalls coacht die Könizerinnen nicht mehr (wir berichteten). Er hat seinen Job, nicht aber Stil und Klasse verloren. Über den Verein, dessen Entscheidungsträger sich von ihm trennten, obwohl er das ausgesprochen junge Team in die Playoffs geführt hatte, spricht er lückenlos positiv.

Er habe die vier Jahre im Klub genossen, erzählt er, und er hoffe, dass ihm die freundschaftlichen Beziehungen erhalten blieben. Als wäre er Beobachter und nicht Partei, hält er nüchtern fest, das Verhältnis Equipe - Trainer habe eine weitere Zusammenarbeit verunmöglicht, einige Akteurinnen hätten sich mit seiner Mentalität oder seinem Konzept nicht länger identifizieren können.

Die Trennung hält er unter diesen Umständen für «keine so schlechte Lösung», eine, mit der er leben könne. Es ist gewissermassen eine Scheidung in Harmonie.

Ambitiös

Patricia Schauss, Captain des Teams, sagt, Tarantini habe sehr wohl gute Ideen gehabt, einiges richtig gemacht. «Aber wir hatten andere Vorstellungen als er, etwa, was die Spielvorbereitung betrifft.» Heisst: Der Italiener ist ein toller Coach, aber der falsche?

Die 28-Jährige hält fest, unter dem ehemaligen Trainer sei der Erfolg ausgeblieben, auch wenn dieser das Team souverän in die Ausmarchung geführt habe. Sie und ihre Mitstreiterinnen hätten heuer sehr wohl noch Ambitionen. «Wir rechnen uns unverändert Chancen aus, uns für den Halbfinal zu qualifizieren.»

Die Könizerinnen, Siebte nach der Qualifikation, liegen in den Playoffs in einer Best-of-3-Serie gegen Aesch-Pfeffingen (2.) nach dem Heimspiel 0:1 hinten. Die Wende soll unter Jean-Charles Vergé-Dépré gelingen, dem neuen Mann.

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