Serena Williams macht «verrückten Frauen» Mut

Die US-Amerikanerin ist eine starke Persönlichkeit. Eindrücklich vermittelt der Tennisstar seine Willenskraft in der jüngsten «Just do it»-Kampagne.

Eindrücklicher Spot: So motiviert Tennisstar Serena Williams alle Frauen, «verrückt» zu sein und es auch zu bleiben. (Video: Youtube/Nike)

Selbstbewusst steht sie jeweils auf dem Court und lässt ihren Emotionen in Duellen freien Lauf. Kraftvoll spielt sie auf und weiss ihre Stärken auch neben dem Tennisplatz auszuspielen. Serena Williams ist längst für viele ein Vorbild, nicht nur für Fans ihrer Sportart. Die mit 23 gewonnenen Grand-Slam-Titeln erfolgreichste Tennisspielerin der Open Era geht zwar nicht immer mit gutem Beispiel voran. Aber sie kann auch anders – indem sie andere inspiriert. Das beweist die US-Amerikanerin im jüngsten Spot ihres Sponsors Nike.

Unter dem Titel «Dream Crazier» hat die Sportmarke vor der Oscars-Verleihung den zweiten Spot ihrer «Just do it»-Kampagne veröffentlicht. Darin hebt Serena Williams mit ihrer eingängigen Stimme hervor, dass mutige Frauen – die auch als Vorreiterinnen bezeichnet werden können – im Sport oftmals als verrückt hingestellt werden. Die 37-Jährige hat dies nicht nur vor und nach der Geburt ihrer einjährigen Tochter (Alexis Olympia Ohanian Jr.), sondern während ihrer ganzen Karriere immer wieder selber erfahren. Mit eindrücklichen Momentaufnahmen wird aufgezeigt, was Athletinnen mit Willenskraft erreichen können. Williams’ Botschaft: «Wenn sie dich verrückt nennen wollen, gut. Zeig ihnen, was ‹verrückt› tun kann.»

Noch einen draufgelegt

Der Spot dauert eineinhalb Minuten und ist überaus bewegend. Nicht nur wegen jener Szene aus vergangenen Zeiten, in der sich eine Athletin während eines Marathonlaufs unter die Männer mischt und als Frau outet. Erst 1984 wurde diese Disziplin an Olympischen Spielen auch für Frauen eingeführt. Top-Sportlerinnen wie Kunstturnerin Simone Biles (die seit 2013 an Weltmeisterschaften 14 Gold-, 3 Silber- und 3 Bronzemedaillen gewann), Fechterin Ibtihaj Muhammad (sie wurde 2010 ins Nationalteam aufgenommen und bestritt als erste Frau Wettkämpfe für die USA im Hijab) oder Snowboarderin Chloe Kim (die 18-Jährige gewann 2018 an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang Gold in der Halfpipe) werden als Beispiele dafür aufgeführt, was Frau alles schaffen kann.

Das Propagieren der weiblichen Stärke(n) im Werbespot ist quasi die Steigerung der letztjährigen «Dream Crazy»-Werbeaktion. In dieser standen sportliche Ziele im Vordergrund, die auf den ersten Blick kaum oder gar nicht, mit dem Glauben daran aber sehr wohl realisierbar sind. Diesem Video wurde viel Beachtung geschenkt, da Football-Star Colin Kaepernick darin vorkam. Der damalige Quarterback der San Francisco 49ers hatte zuvor für Schlagzeilen gesorgt, weil er sich vor den Spielen während der US-Hymne hinkniete, um so seinen Unmut über Rassismus und die Unterdrückung von Afroamerikanern zu demonstrieren. Nach der Saison 2016 wurde Kaepernick entlassen und steht seither ohne Verein da.

Verrückte Träume nach dem PR-Albtraum

«Good news» in Form von «Dream Crazier» dürften dem US-Sportartikelhersteller momentan sehr gelegen kommen. Denn erst vergangene Woche sah sich das Unternehmen mit einem PR-Desaster konfrontiert. Beim College-Basketball-Spiel zwischen den Erzrivalen Duke Blue Devils und den North Carolina Tar Heels vom Mittwochabend verletzte sich Duke-Spieler Zion Williamson. Nach nur 34 Sekunden war die Partie für das 18-jährige Supertalent gelaufen, weil sich seine Schuhsohle abgelöst hatte. Tags darauf sank die Nike-Aktie um mehr als 1,5 Prozent, was einem Verlust von beinahe 2 Milliarden Dollar entsprach.

ddu

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