Tigers Langnau im Aufwind

Den Langnauern gelang am Wochenende mit den Siegen gegen Wasa und im Cupachtelfinal bei Kloten-Dietlikon ein Befreiungsschlag. 

Die Spieler der Tigers Langnau hatten am Wochenende viel Grund zum Jubeln.

Die Spieler der Tigers Langnau hatten am Wochenende viel Grund zum Jubeln.

(Bild: Marcel Bieri)

Trotz dem zumindest punktemässig unbefriedigenden Saisonauftakt war bei den in Biglen domizilierten Emmentalern nie Panik aufgekommen, im Gegenteil. «Wir haben gewusst, dass der Abgang der Brüder Samuelsson eine grosse Zäsur bedeutet», so Sportchef Marc Dysli, «zudem trafen uns danach auch noch zwei verletzungsbedingte Ausfälle schwer.» Mit dem finnischen Stürmer Erik Härkönen sei deswegen der Vertrag Anfang Oktober sogar aufgelöst worden, aber auch der nicht zuletzt stets für wichtige Tore gute Ivan Brechbühler fehle merkbar.

«Aber unser Team hat weiterhin genügend Potenzial, die Entwicklung unserer jungen Akteure ist nach wie vor erfreulich», gibt sich der 122-fache frühere Nationalspieler zuversichtlich. Er sei jedenfalls überzeugt, dass man die Einschätzung von Nationaltrainer David Jansson zu Beginn der Saison («Topteam») noch bestätigen werde.

Auf Junge setzen

Auch dass mit dem Tschechen Martin Kisguite, am Wochenende im Übrigen mit sieben Skorerpunkten der effizienteste Akteur, derzeit nur ein Ausländer im Kader steht, sieht er nicht als ein Problem. «Wir haben eine WM-Saison, und da ist es jeweils für alle Klubs schwierig, Topspieler in die Schweiz locken zu können», sagt Dysli.

Natürlich beobachte man die internationale Szene, aber aktiv würde man wohl nur, wenn irgendwo ein «Hochkaräter» verfügbar würde. «Denn was wir zuletzt wollen, ist unseren Jungen mit mittelmässigen Zuzügen Entwicklungsmöglichkeiten verbauen», hält der 37-jährige fest, zumal nicht zuletzt dank der deutlich verbesserten Zusammenarbeit mit den benachbarten Vereinen derzeit viele hoffnungsvolle Nachwuchsakteure vor dem Durchbruch stünden.

Am Samstag gegen Wasa bewiesen die Tigers, dass man dem von Trainer Michal Rybka für seine zweite Saison deklarierten Ziel, das Geschehen vermehrt selbst zu prägen, näher kommt und statt Kontertaktik vielmehr einen Angriffswirbel praktiziert. Gegen die Ostschweizer, denen bereits in den letzten fünfzehn Direktbegegnungen nichts Zählbares überlassen wurde, liessen die Emmentaler jedenfalls nichts anbrennen. Die Vorentscheidung fiel mit fünf meist herrlich herausgespielten Treffern zum 7:1 bereits im zweiten Drittel. Aber als das Heimteam nach dem 9:1 mit etwas gar offenem Visier das Stängeli anstrebte, resultierten stattdessen noch drei Gegentreffer – ein weiterer «Lehrplätz» also.

Knapp 24 Stunden später hiess der Gegner Kloten-Dietlikon. Gegen die Jets hatten die Tigers vor vier Jahren das letzte Cupduell und letzte Saison beide Quali-Partien gewonnen.Die Gäste gingen zwar früh mit 2:0 in Führung, lagen aber später stets nur mit einem Treffer vorne und mussten Kloten-Dietlikon immer wieder den Ausgleich zugestehen – ein Art «Lehrplätz 2 in Raten» also. Die Entscheidung fiel erst nach acht Minuten der Verlängerung, als Routinier Simon Flühmann einen Konter zum 6:5-Siegestreffer abschloss.

Im Schatten der SCL Tigers

Übrigens: Trotz dem erfreulichen Wochenende stehen die Unihockeyaner mit im Schnitt1,5 Punkten pro Spiel weiterhin weniger erfolgreich da als ihre Tigers-Label-Partner auf dem Eis (1,85). «Natürlich gönnen wir den Eishockeyanern ihre Erfolge und hoffen, dass sie die Playoffs erreichen», meint Sportchef Marc Dysli lachend. Die Folgefrage, mit welchem Eishockeyclub er als gebürtiger Stadtberner denn eigentlich sympathisiere, umdribbelt er mit «Erfreulich ist vor allem, dass derzeit alle drei Berner Klubs vorne mitmischen» elegant.

Berner Zeitung

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