Das Rumpfteam trumpft auf

Ein hochgradig dezimiertes Wacker Thun schlägt den Tabellenzweiten Kriens 25:20.

In Ekstase: Roman Bouilloux erzielt in seinem ersten Nationalliga-A-Spiel drei Treffer. Foto: Christian Pfander

In Ekstase: Roman Bouilloux erzielt in seinem ersten Nationalliga-A-Spiel drei Treffer. Foto: Christian Pfander

Adrian Horn

Sollte Martin Rubin die «Luzerner Zeitung» lesen, dürfte er sich am Mittwoch ein Schmunzeln nicht haben verkneifen können. Mit «Wir haben ein schmales Kader, und es ist nun noch dünner geworden» wurde Kriens’ Trainer Goran Perkovac zitiert, nachdem zwei seiner Akteure ausgefallen waren. Zwei verletzte Spieler? In Thun verstünden sie so was dieser Tage als Luxussituation. Sieben Kräfte und damit rund die Hälfte seines Kaders kann Wackers Coach gegenwärtig nicht einsetzen.

Das Schmunzeln wich in der Zwischenzeit einem breiten Grinsen: Die hochgradig dezimierten Berner Oberländer hatten den Tabellenzweiten bezwungen, 25:20. Und so seltsam sich das anhört, weil es immerhin der so heimstarke Cupsieger war, welcher die Luzerner schlug: In dieser Konstellation ist der Erfolg eine kleine Sensation. Die Schlussphase bestritt Wacker unter anderen mit Marco Giovanelli und dem kurzfristig mit einer Doppellizenz ausgestatteten Roman Bouilloux – Aufbauern, welche gewöhnlich in der Nationalliga B zum Einsatz gelangen, und zwar bei Steffisburg und Chênois, welche… die beiden letzten Plätze belegen und addiert 0 Punkte gewonnen haben in der fünf respektive sechs Runden alten Saison.

Abzuzeichnen begann sich der Coup im Verlauf der ersten Hälfte, als die Hausherren aus einem 5:6 ein 11:6 machten. Den Vorsprung konservierten sie bemerkenswert stilsicher. Als Captain Jonas Dähler zwölf Minuten vor dem Ende zum 21:15 traf, war die Partie entschieden, und es geschah, was gewiss keiner für möglich gehalten hatte: Die Thuner setzten zum Schaulaufen an und konnten es sich gar leisten, die wenigen übrig gebliebenen Stammkräfte noch ein bisschen zu schonen.

Für Kriens, das unvermittelt auf Captain Thomas Hofstetter verzichten musste, ist die Niederlage gerade in Anbetracht der Umstände ein heftiger Rückschlag. Den zweiten Rang belegen die Luzerner unverändert, sie verloren am Mittwoch erst zum zweiten Mal 2019/2020.

Die erste Saison unter dem früheren Schweizer Nationaltrainer Perkovac war ja so gar nicht nach Wunsch geraten, die Innerschweizer verpassten die Qualifikation für die Finalrunde und scheiterten später im Playoff im Viertelfinal. Im Sommer verstärkten sie sich geschickt, etwa durch den Weissrussen Hleb Harbuz, welcher das Torschützenklassement anführt und auch in der Lachenhalle seine Wurfkraft demonstrierte.

Nahe am Optimum

Vorab in den ersten 20 Minuten bekundeten die Gäste riesige Mühe mit der von Simon Huwyler exzellent geführten Deckung Thuns. Lediglich sechs Tore gelangen ihnen da. Aufseiten Wackers war eingetreten, was hatte eintreten müssen, damit es unter diesen Umständen gegen ein Topteam zum Sieg reicht: Von jenen Spielern, die zur Verfügung standen, erwischten nahezu alle einen guten Tag.

Wacker - Kriens 25:20 (14:9) 850 Zuschauer. – Wacker: Winkler; Holm (5), Felder (4), Dähler (3), Giovanelli, Schwab, Lanz (2), Wyttenbach (2/1), Friedli, Simon Huwyler (3), Manse (2), Gruber (3), Bouilloux (3).

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