Weit unter der Gürtellinie

Das Gigantenduell zwischen Boxlegende Floyd Mayweather und Käfigfighter Conor McGregor eskaliert schon vor dem ersten Gong.

Spektakel vor dem Kampf: Boxweltmeister Floyd Mayweather und Käfigfighter Conor McGregor gehen aufeinander los.

Schon bei der ersten Pressekonferenz vor 11 000 Fans in Las Vegas ging es weit unter die Gürtellinie. Die beiden Weltstars blieben sich im Trash-Talk nichts schuldig, obwohl das Duell der Giganten zwischen dem 40-jährigen Boxweltmeister Floyd Mayweather und dem 28-jährigen Käfigfighter Conor McGregor erst am 26. August steigt.

Schon bei der ersten Gegenüberstellung des amerikanischen Boxweltmeisters und des irischen Mixed-Martial-Arts-Fighters kam es zum Eklat. Fast zwei Minuten standen sich die beiden Hitzköpfe Stirn an Stirn bedrohlich gegenüber. Mayweather schrie und versprach: «Ich werde ihn killen. Ihr wollt, dass ich ihm jetzt schon eine verpasse? Nein, das passiert erst am Zahltag.» Dann gingen die beiden Manager dazwischen und mussten die beiden heissgelaufenen Fighter trennen.

«F***you»

Und sie fetzten sich weiter. McGregor zielte auf die angeblichen 22,2 Millionen Dollar Steuerschulden, mit denen Mayweather beim Staat seit 2015 in Verzug sein soll. «Floyd, zahl lieber deine Steuern», zischte McGregor. Der Ire wartete bei der Pressekonferenz mit einem feinen Nadelstreifen-Anzug auf. Bei näherer Betrachtung erkannte man, dass auf den Streifen der Schriftzug «F*** you» aufgenäht war.

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Mit einem Kapuzenpullover erschien Mayweather hingegen wesentlich sportlicher, was McGregor prompt kommentierte. «Ist das ein Trainingsanzug? Kannst du dir mehr nicht mehr leisten?» Mayweather lächelte und war auf die Anschuldigungen McGregors wegen ausstehender Steuerschulden offenbar vorbereitet. Er zauberte aus seinem Rucksack einen Check über 100 Millionen Dollar hervor und konterte eiskalt.

«Ich werde ihn killen»

«Siehst du, ich habe genug Geld. Und ich muss dort nicht einmal rangehen. Er hat für seinen letzten Kampf nur drei Millionen bekommen, mit dem Geld finanziere ich ein einziges Trainingscamp», meinte Mayweather zynisch und setzte gleich noch einen drauf mit der Ansage: «Ich werde ihn killen.» Und auch McGregor ging sogleich in den Infight. «Ich knocke ihn in vier Runden aus. Er ist zu klein. Er ist darauf nicht vorbereitet, ich habe keine Angst vor ihm. Ich habe hart gearbeitet», versicherte er.

Bei der Fragerunde der Journalisten platzte Mayweathers Vater und Trainer, Floyd Senior, mitten in die Pressekonferenz und prügelte verbal auf den UFC-Champion ein. Dieser reagierte ungehalten und entgegnete: «Solange dein Junge meinen Namen mit Respekt ausspricht, werde ich mich an die Regeln halten. Wenn nicht, kann es passieren, dass ich ihm einen Ellenbogen an die Augenbraue haue. Es braucht übrigens nur drei Sekunden, bis er in meinem Würgegriff einschlafen würde. So schnell kannst du ihm im Ring nicht zu Hilfe kommen.» Der Hintergrund dieser Aussage liegt auf der Hand. Der Kampf wird in Mayweathers Sportart Boxen abgehalten, nicht in derjenigen McGregors, in der so ziemlich alles erlaubt ist.

tn

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