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«Wir wollen Mögliches möglich machen: Wir spielen!»

An einer aussordentlichen Nationalligaversammlung verkündet der Unihockey-Verband, notfalls sogar Geisterspiele auszutragen.

Duelle um den Ball mit den 26 Löchern, wie hier im Cupfinal 2020, soll es trotz Coronavirus weiterhin geben. Foto: Claudio Thoma/Freshfocus
Duelle um den Ball mit den 26 Löchern, wie hier im Cupfinal 2020, soll es trotz Coronavirus weiterhin geben. Foto: Claudio Thoma/Freshfocus

Start des Playoffs im Eishockey: verschoben. Fussballspiele sowohl in der Super League als auch in der Challenge League: ebenfalls verschoben. Und im Unihockey, der zweitgrössten Mannschaftssportart des Landes? Startete am vergangenen Wochenende das Playoff in den Nationalligen der Männer und Frauen trotz des Ausbruchs des Coronavirus und des Verbots des Bundesrats von Grossveranstaltungen, allerdings teilweise unter Einschränkungen.

Im Kanton Graubünden wurden Elite- und Juniorenspiele der Vereine Alligator Malans, Chur Unihockey und Piranha Chur unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen. Im Kanton Bern mussten alle Zuschauer mit Namen und Adresse erfasst werden und nachweisen, dass sie in den vergangenen 14 Tagen nicht aus einer betroffenen Covid-19-Region angereist waren. Wie geht es nun aber weiter, nachdem in der Schweiz die Anzahl der bestätigten Coronavirus-Fälle rasant steigt?

«Die Sinnfrage werden wir nicht stellen»

«Wir wollen Mögliches möglich machen: Wir spielen!», hatte der Zentralpräsident von Swiss Unihockey, Daniel Bareiss, an einer ausserordentlichen Nationalligaversammlung verkündet – die Anwesenden folgten seinem Wunsch und dem der Taskforce und beschlossen, dass der Spielbetrieb in allen Ligen weitergeht. Diese Taskforce, bestehend aus Vertretern des Zentralvorstandes, der Geschäftsstelle, der Regional- und Nationalliga sowie der technischen Kommission, beurteilte seit dem 28. Februar die Situation laufend. Sie erarbeitete mehrere Prämissen und Szenarien. Diese gehen vorerst bis zum 15. März, denn wie Bareiss deutlich machte: «Wir orientieren uns an Bund und Kantonen und den herausgegebenen Bestimmungen. Die Sinnfrage werden wir nicht stellen.»

Konkret heisst das, dass in einer ersten Phase nur bis zum Datum der Neubeurteilung der Lage durch den Bund geplant wird, da Agilität an erster Stelle stehe. Die Taskforce veröffentlichte ebenso die Grundhaltung, dass der Sport vor Kommerz komme. In der bisherigen Analyse haben die Verantwortlichen erkannt, dass es eine grosse Ungleichheit bei den Vereinen bezüglich budgetierter Einnahmen aus Ticketverkäufen und Gastronomiebetrieb gebe, gerade während des Playoffs. Diese Ungleichheit könnte zudem durch die differenzierten Kantonsverordnungen weiter zementiert werden.

Verband denkt an finanzielle Unterstützung

Deshalb wurde am Mittwoch auch beschlossen, dass die Vereine nach Lösungen suchen, um kommerzielle Einbussen bei Mindereinnahmen aus allfälligen Geisterspielen mittels Solidaritätsprojekten teilweise zu decken. Ob dies im konkreten Fall die Bildung eines Solidaritätsfonds bedeutet, wurde nicht abschliessend kommuniziert. Allerdings signalisierte Bareiss auch die Bereitschaft des Verbandes, finanzielle Unterstützung zu leisten, sofern die Vereine dafür Konzepte erarbeiteten.

Swiss Unihockey beschreitet damit einen anderen Weg, als es der Schweizerische Fussball- oder Eishockey-Verband tun. Neben dem Entschluss, Solidaritätsprojekte zu gründen wurde auch festgehalten, dass der Taskforce im Einzelfall die Entscheidungshoheit zur Spieldurchführung obliegt. Sollte ein Team aufgrund behördlicher Verordnungen nicht spielen dürfen, macht die Taskforce einen Vorschlag, ob und wie die Situation sportlich gelöst werden kann. Das umschliesst auch eine Reduktion der Playoff-Serien auf Best-of-5, Best-of-3 oder sogar Best-of-1.

Mehr Spiele im TV?

Am Wochenende steht zunächst die dritte Playoff-Runde der Viertelfinal-Serien an, wieder mit einem TV-Spiel am Samstag um 17 Uhr auf SRF2. «Wir müssen die TV-Spiele als Chance für unsere Sportart begreifen. Auch das SRF möchte in seiner gegenwärtigen Lage, dass die Spiele aufrecht erhalten werden», sagte Bareiss. Der 52-Jährige sprach zudem vor den Anwesenden der Nationalliga-Vereine sogar von der Möglichkeit, mehr Spiele im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausstrahlen zu lassen. Inwieweit der Sport sich auch bei Spielen ohne Zuschauer und dementsprechend ohne Stimmung und Emotionen in der Halle im Fernsehen vermarkten kann, bleibt abzuwarten.

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