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Wo sich jeder mit Tiger Woods messen kann

Pebble Beach, ab Donnerstag Schauplatz des US Open, ist eine spektakuläre Golffabrik mit grosser Geschichte.

René Stauffer
Eine wunderbare Kulisse – da lässt es sich vorzüglich posieren: Tiger Woods beim 9. Loch in Pebble Beach beim Training am 10. Juni 2019.
Eine wunderbare Kulisse – da lässt es sich vorzüglich posieren: Tiger Woods beim 9. Loch in Pebble Beach beim Training am 10. Juni 2019.
David J. Phillip, Keystone
Wem diese Golftasche gehört, ist wohl auch klar.
Wem diese Golftasche gehört, ist wohl auch klar.
Chris Carlson, Keystone
Aber auf der Monterey Peninsula in Kalfornien ist nicht ein Spieler der Star, sondern die Anlage: Oder wo sonst erlebt auch ein Tiger Woods so eine Szenerie wie hier beim 15. Green von Pebble Beach am 8. Februar 2012?
Aber auf der Monterey Peninsula in Kalfornien ist nicht ein Spieler der Star, sondern die Anlage: Oder wo sonst erlebt auch ein Tiger Woods so eine Szenerie wie hier beim 15. Green von Pebble Beach am 8. Februar 2012?
Eric Risberg, Keystone
Einer der Höhepunkte ist das 7. Loch, bei dem der Ball von einem erhöhten Abschlag Richtung Ozean geschlagen wird. Der Ire Padraig Harrington versucht sich hier am 18. Juni 2010 und bekundet prompt Schwierigkeiten.
Einer der Höhepunkte ist das 7. Loch, bei dem der Ball von einem erhöhten Abschlag Richtung Ozean geschlagen wird. Der Ire Padraig Harrington versucht sich hier am 18. Juni 2010 und bekundet prompt Schwierigkeiten.
Andrew Gombert, Keystone
Die Nähe zum Meer ist generell faszinierend. Vor allem bei der 18. und letzten Spielbahn. Nebst der Pazifik zur Linken steht auch noch ein Baum mitten im Fairway, ein Sandhindernis ist zudem fast 100 Meter lang.
Die Nähe zum Meer ist generell faszinierend. Vor allem bei der 18. und letzten Spielbahn. Nebst der Pazifik zur Linken steht auch noch ein Baum mitten im Fairway, ein Sandhindernis ist zudem fast 100 Meter lang.
Eric Risberg, Keystone
Ein Spaziergang am Meer: Phil Mickelson läuft entlang des 12. Fairways am 10. Februar 2012.
Ein Spaziergang am Meer: Phil Mickelson läuft entlang des 12. Fairways am 10. Februar 2012.
Jeff Chiu, Keystone
Die Aussicht beim 9. Loch ist auch nicht ohne. Der Nordire Graeme McDowell ist hier am 20. Juni 2010 beim 110. US Open zu sehen.
Die Aussicht beim 9. Loch ist auch nicht ohne. Der Nordire Graeme McDowell ist hier am 20. Juni 2010 beim 110. US Open zu sehen.
Andrew Gombert, Keystone
Grossaufmarsch der Zuschauer beim 18. Green: Tiger Woods beim 110. US Open am 19. Juni 2010.
Grossaufmarsch der Zuschauer beim 18. Green: Tiger Woods beim 110. US Open am 19. Juni 2010.
Andrew Gombert, Keystone
Hier haben schon alle Legenden gespielt, wie zum Beispiel Jack Nicklaus (links). Hier läuft er am 18. Juni 1972 mit Lee Trevino entlang des 18. Greens nach seinem Triumph am US Open.
Hier haben schon alle Legenden gespielt, wie zum Beispiel Jack Nicklaus (links). Hier läuft er am 18. Juni 1972 mit Lee Trevino entlang des 18. Greens nach seinem Triumph am US Open.
Keystone
Nicklaus ist eine prägende Figur in Pebble Beach, er ist mit 18 Titeln Rekordhalter an Majorturnieren. Er half in Pebble Beach auch beim Re-Design mit. In dieser Szene am 25. Januar 1969 steht er indes vor unlösbaren Probleme beim 16. Green und lässt sich wegen eines unspielbaren Balles einen Strafpunkt notieren.
Nicklaus ist eine prägende Figur in Pebble Beach, er ist mit 18 Titeln Rekordhalter an Majorturnieren. Er half in Pebble Beach auch beim Re-Design mit. In dieser Szene am 25. Januar 1969 steht er indes vor unlösbaren Probleme beim 16. Green und lässt sich wegen eines unspielbaren Balles einen Strafpunkt notieren.
Keystone
Auch Tiere lassen sich hier beobachten: Die Golfer Ryuji Imada und Zach Johnson beobachten am 11. Februar 2012 beim 11. Fairway drei grasende Hirsche.
Auch Tiere lassen sich hier beobachten: Die Golfer Ryuji Imada und Zach Johnson beobachten am 11. Februar 2012 beim 11. Fairway drei grasende Hirsche.
Ben Margot, Keystone
Dass Wasservöhel wie diese Möwe einen Zwischenhalt in Pebble Beach einlegen, überrascht dann doch weniger.
Dass Wasservöhel wie diese Möwe einen Zwischenhalt in Pebble Beach einlegen, überrascht dann doch weniger.
Charlie Riedel, Keystone
Die berühmte Anlage lockt nicht nur die Tierwelt, sondern auch Prominenz an: Der legendäre Hollywood-Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood unterhält sich am 9. Februar 2014 mit Turnierdirektor Steve John.
Die berühmte Anlage lockt nicht nur die Tierwelt, sondern auch Prominenz an: Der legendäre Hollywood-Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood unterhält sich am 9. Februar 2014 mit Turnierdirektor Steve John.
Eric Risberg, Keystone
George Lopez sorgte am 8. Februar 2012 für einen aufsehenerregenderen Auftritt: Der Schauspieler spielte bei einem Prominenten-Turnier mit einer Wrestling-Maske.
George Lopez sorgte am 8. Februar 2012 für einen aufsehenerregenderen Auftritt: Der Schauspieler spielte bei einem Prominenten-Turnier mit einer Wrestling-Maske.
Jeff Chiu, Keystone
Aufeinandertreffen der Sportarten: Die Siegestrophäe der NHL, der Stanley Cup, wurde 2011 am US-Unabhängigkeitstag, dem 4. July, beim 18. Loch niedergelegt. Drei Wochen vorher hatten die Boston Bruins den berühmtesten Eishockey-Pokal gewonnen.
Aufeinandertreffen der Sportarten: Die Siegestrophäe der NHL, der Stanley Cup, wurde 2011 am US-Unabhängigkeitstag, dem 4. July, beim 18. Loch niedergelegt. Drei Wochen vorher hatten die Boston Bruins den berühmtesten Eishockey-Pokal gewonnen.
Paul Lester, Keystone
Er darf auch nicht fehlen: Hier poltert Donald Trump und schreit als Jux «You're fired!» Richtung Zuschauer beim 18. Green. Die Aufnahme entstand am 12. February 2005, lange bevor Trump US-Präsident wurde. «Du bist gefeuert!» war einer seiner bekannten Sprüche als Moderator der TV-Sendung «The Apprentice».
Er darf auch nicht fehlen: Hier poltert Donald Trump und schreit als Jux «You're fired!» Richtung Zuschauer beim 18. Green. Die Aufnahme entstand am 12. February 2005, lange bevor Trump US-Präsident wurde. «Du bist gefeuert!» war einer seiner bekannten Sprüche als Moderator der TV-Sendung «The Apprentice».
Michael Fiala, Keystone
Ein weiterer Schauspieler gibt sich die Ehre: Kevin Costner am 8. February 2007.
Ein weiterer Schauspieler gibt sich die Ehre: Kevin Costner am 8. February 2007.
John G. Mabanglo, Keystone
Und noch einer, am selben Tag wie Costner: Bill Murray zieht seinen bunten Hut.
Und noch einer, am selben Tag wie Costner: Bill Murray zieht seinen bunten Hut.
Marcio Jose Sanchez, Keystone
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«Die Szenerie ist gewaltig. Man riecht die Pinien, hört das Dröhnen der Brandung, die Aussicht ist spektakulär. Und immer wieder fühlt man sich gefangen in der Geschichte dieses Ortes.» Wenn der Franzose Grégory Harvet über Pebble Beach spricht, wo er 2010 als Zweiter des US Open seinen grössten Erfolg errang, kommt er ins Schwärmen. Und wie ihm geht es vielen.

Der legendäre 18-Loch-Parcours auf der Monterey Penin­sula ist im Golf zum Wallfahrtsort geworden. Im Gegensatz zu den meisten Turnieranlagen ist es ein öffentlicher Platz und kein privater, wie etwa Augusta National, wo das Masters stattfindet und gute Beziehungen nötig sind, um spielen zu können. Zudem gilt Pebble Beach als bester öffentlicher Platz der USA.

740 Dollar für eine Runde

Der Reiz, einmal hier zu spielen, ist denn auch für viele Golfer überwältigend. Das hat dazu geführt, dass der Parcours zu den meistbespielten der Welt gehört – und, folgerichtig, zu den teuersten. Die Spielgebühr für eine Runde beträgt 550 Dollar, 45 Dollar werden für den Elektrokart fällig, 95 Dollar für den Caddie plus Trinkgeld (empfohlen werden 50 Dollar). Verteuert wird die Sache dadurch, das zudem in einem der Resorthotels übernachten muss, wer hier spielen will. Zwei Golfrunden mit zwei Übernachtungen werden für den Juli ab 2495 Dollar offeriert. Pebble Beach ist ein Goldesel, eine Golffabrik, in der fliessbandmässig im Minutentakt Spieler durchgeschleust werden.

Entschädigt werden diese auch mit dem Wissen, auf den Spuren der Golfgeschichte zu wandeln. Zudem können sie sich indirekt mit den Legenden messen – auch wenn der Parcours für die Profis mit 6460 m viel länger und schwieriger präpariert ist als für Hobbyspieler (5592 m) oder -spielerinnen (4800 m). Und doch fühlen sich diese, als würde ein Tennis-Liebhaber plötzlich im Centre Court von Wimbledon auflaufen.

Die «Pebble Beach Golf Links» wurden 1919 als Teil des Luxusresorts Hotel del Monte erstellt, genau wie der berühmte 17-Mile-Drive, der über die Halbinsel führt. Das Ziel des Designers Jack Neville war, möglichst viele Spielbahnen entlang der spektakulären, felsigen Küste zu bauen, den Klippen über Stillwater Cove und Carmel Beach. Heute, nach diversen Modifikationen, verlaufen 9 Bahnen entlang des Pazifiks, die 4 bis 10 sowie die Schlusslöcher 17 und 18.

Zum Höhepunkt jeder Runde wird das 7. Loch, ein kurzes Par-3-Hindernis, bei dem der Ball von einem erhöhten Abschlag Richtung Ozean geschlagen wird und das selbst Berufsspielern ­gelegentlich weiche Knie verursacht. Spektakulär ist auch die 18. Spielbahn, mit dem Pazifik zur Linken, einem Baum mitten im Fairway und einem fast 100 Meter langen Sandhindernis.

Zu den prägenden Figuren der Geschichte von Pebble Beach gehört Jack Nicklaus, mit 18 Titeln Rekordhalter an Majorturnieren. Er gewann 1972, als das US Open erstmals hier ausgetragen wurde – auch dank einem der berühmtesten Schläge der Golfgeschichte, als sein Ball bei stürmischem Wetter am 17. Loch die Fahne traf und daneben einschubbereit liegen blieb. Nicklaus half später auch beim Re­design mit.

Woods eine Klasse für sich

Das US Open gewinnen konnten hier neben ihm auch Tom Watson (1982), Tom Kite (1992), Graeme McDowell (2010) und Tiger Woods, der im Jahr 2000 einen Vorsprung von 15 Schlägen herausspielte. Obwohl er im April am Masters seinen 15. Majortitel holte, gehört die Favoritenrolle Brooks Koepka, der drei der letzten fünf Majors gewann und den US-Open-Hattrick anstrebt.

In Form ist mit Rory McIlroy auch ein anderer früherer US-Open-Sieger (2011). Der Nordire gewann am Sonntag das PGA-Turnier im kanadischen Hamilton mit 22 unter Par und einer 61er-Schlussrunde. Aber auch die Grössen dieses Sports wissen, dass der eigentliche Star dieses Jahr nicht sie sind, sondern der Schauplatz, Pebble Beach. Zumindest, bis in der Nacht auf Montag der Champion feststeht.

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