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Zweites Gold für Solothurner Frei

Rollstuhlsportler Heinz Frei (Etziken) hat an den Paralympics in Peking nach dem Zeitfahren auch das Handbike-Strassenrennen gewonnen.

Er sicherte sich an seinen 13. Paralympics damit die 14. Goldmedaille. Die Schweiz kommt nach den Podestplätzen durch Frei und Manuela Schär (Dagmersellen; Bronze über 200 m) am Sonntag sowie Beat Bösch (Nottwil; Silber 100 m) und Philippe Horner am Samstag (Vétrax- Monothoux; Bronze im Bogenschiessen) drei Tage vor Schluss auf acht Medaillen. Elf sind von Chef de Mission Ruedi Spitzli (Nottwil) als Minimalziel heraus gegeben worden.

Auf Wolke 7

Frei schwebt derzeit nach eigenen Aussagen auf Wolke 7. Sechs Stunden nach dem Triumph im Strassenrennen hat er sich als Leichtathlet über 800 m für den Final qualifiziert. «Physisch müsste der Körper am Ende sein. Doch die Adrenalinschübe treiben mich derzeit immer weiter. Ein solch intensives Gefühl habe ich in den vergangenen 28 Sportjahren noch nie erlebt», staunte der 50-jährige Solothurner. Zum Abschluss fuhr er mit dem Rollstuhl vom Vogelnest ins Paralympic Village zurück.

Letzter Aufstieg

Die Vorentscheidung im Handbike-Strassenrennen führte Heinz Frei in der vierten und letzten Runde im steilsten Teilstück durch eine Tempoverschärfung herbei. Bereits eine Runde zuvor hatte er an jener Stelle das Feld mit einer Attacke gesprengt. Dadurch bildete sich eine fünfköpfige Spitzengruppe. Nicht mitzuhalten vermochte Lukas Weber (7.), der zuvor abschnittweise den Rhythmus für seinen Teamkollegen hoch gehalten hatte.

Zwei Kilometer vor dem Ziel auf dem olympischen Triathlon-Areal vermochte Frei in der Abfahrt einige Meter zwischen sich und die anderen Fahrer zu legen. «Ich ging bewusst Risiken ein, um wegzukommen. Weil ich kein Sprinter bin, musste ich vorher angreifen. Es hat gereicht.»

Schärs Zufriedenheit

Vor vier Jahren in Athen wurde die damals 20 Jahre alte Manuela Schär mit Silber (200 m) und Bronze (100 m) zur Hoffnungsträgerin. Über die Kurzdistanz verpasste sie als Vierte Bronze. «Umso wichtiger ist mir der dritte Rang über 200 m. Ich wollte die Leistungen von 2004 in Peking bestätigen. Derzeit fühle ich mich wieder wie in Athen. So, als lägen nicht vier Jahre dazwischen.» Die seit 1993 auf den Rollstuhl angewiesene kaufmännische Angestellte gewann die achte Schweizer Medaille.

Bösch abgefangen

Teamkollege Beat Bösch lag bis kurz vor dem Ziel in Führung und nach 2-mal Silber und 1-mal Bronze an den Paralympics schien der erste Titel für den zweifachen Weltmeister nahe. «Im Mittelabschnitt habe ich wohl Gold durch eine technisch nicht saubere Fahrt verloren. Neben der Freude über die zweite Medaille ärgert mich dies», erklärte der 37-jährige Tetraplegiker wenige Minuten nach dem Rennen und fügte an, jede Medaille sei ein Erfolg und mit dem Kanadier habe er rechnen müssen.

Die Freude des Doppelbürgers

Philippe Horner ist schweizerisch-französischer Doppelbürger. In früheren Jahren hatte er für die Franzosen geschossen, wurde dort aber nicht entsprechend betreut und gefördert. «Ich habe die Medaille für die Schweiz gewonnen. Ich fühle mich wohl im Team», betonte der zweifache Familienvater. Eine Überraschung sei die Medaille nicht, sagte Philippe Horner und Trainer Louis Blanc fügte an, sein Schütze gehöre weltweit zu den Top 5. Ihm komme als Wettkampftyp entgegen, dass nach der Qualifikation Mann gegen Mann geschossen werde.

Geschlagene Favoriten

Mit den Rollis Edith Hunkeler (Dagmersellen) und Marcel Hug (Pfyn/Luzern) sowie Schwimmerin Chantal Cavin (Bern) müssen sich drei Schweizer Mitfavoriten bisher mit vierten Rängen zufrieden geben. Die am vergangenen Montag gestürzte Edith Hunkeler liess über 800 m einen Aufwärtstrend erkennen und fuhr ein offensives Rennen. Erst auf den letzten 200 m musste sie sich noch distanzieren lassen und verpasste Rang drei um zwölf Hundertstel.

Die Rennen von Manuela Schär und Edith Hunkeler hat die Kanadierin Chantal Peticlerc mit neuen Weltrekorden gewonnen. In Athen ist die überragende Athletin von 100 m bis 1500 m ungeschlagen geblieben. Nun scheint es, als könnte sie alle Titel erfolgreich verteidigen. Auf dem Programm stehen nur noch die 1500 m.

si/fal

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