Zwischen Stadt und Land

Die HG Urtenen ist auf gutem Weg, in der NLA einen Podestplatz zu erreichen.

Dariano La Marra ist einer der Jungen im Team.

Dariano La Marra ist einer der Jungen im Team.

Zwei Kilometer nördlich des Einkaufszentrums Shoppyland wird die Szenerie plötzlich ländlich. In Urtenen dominieren Bauernhöfe das Ortsbild. Ein Strässchen führt aus dem Dorfzentrum hoch an den Waldrand, zum Spielfeld der Hornussergesellschaft. Deren erste Mannschaft ist mittlerweile eine der besten der Schweiz.

An diesem sonnigen, aber noch nicht allzu heissen Sommersonntag tritt sie gegen Richigen an, spielt solide, aber kommt nicht an ihr optimales Leistungsvermögen heran. Urtenen verliert die Partie mit 16 Schlagpunkten Differenz. Da aber auch die Konkurrenz patzt, hat das Team auf dem Weg zum grossen Saisonziel nur einen kleinen Rückschlag erlitten, springt in der Tabelle mit einem Spiel mehr sogar auf Zwischenrang 2. Das Ziel heisst: Podestplatz.

Junge gefördert

Urtenen gehörte lange zu den unspektakulären Mittelfeldteams, schaffte stets den Ligaerhalt, fiel aber nicht weiter auf. Zu wenig für Bernhard Marschall, der 2015 die Funktion des Spielführers bei der NLA-Equipe übernahm. «Es muss etwas gehen» war das Motto des 35-Jährigen. Vor allem sollten die Jungen im Verein eine Chance erhalten, Spieler wie Andreas Schweizer oder Dariano La Marra, am Sonntag der beste Einzelschläger des Teams.

Die Strategie ging auf. Urtenen verfügt heute über eine gute Mischung aus Jung und Alt, hat sich den Spitzenplätzen immer mehr angenähert. Dies ohne einen herausragenden Mann in seinen Reihen. Spieler wie Michael Wegmüller oder Michael Schöni stehen für grosse Leistungskonstanz, auch beim Abtun hat das Team bis jetzt nur einmal in Form einer Nummer gesündigt und belegt aktuell den zweiten Platz.

Und ist interessant geworden für Hornusser wie La Marra, der 2016 vom Erstligisten Schlosswil zu seiner aktuellen Mannschaft stiess. Er wohnt nach wie vor in Münsingen. «Für das Hornussen nehme ich den Weg aber gerne auf mich», sagt er. La Marra war gegen Richigen erstmals der Beste seiner Equipe, sie ist ausgeglichen besetzt und nicht von den Leistungen Einzelner abhängig.

In der Schule präsent

Nach Rang 5 und 4 in den letzten beiden Jahren soll es diesmal noch einen Schritt aufwärts gehen. «Die Chance ist da», sagt Marschall. In den letzten beiden Runden trifft Urtenen allerdings noch auf die Spitzenteams Wäseli und Höchstetten. Spiele, die schwer zu gewinnen sind.

«Wenn wir da keinen Nouss fallen lassen, punkten wir trotzdem, dann kann es reichen», äussert sich der Spielführer zuversichtlich. Mit dem bisherigen Saisonverlauf sei er zufrieden, mit Ausnahme der Partien gegen Richigen und Recherswil-Kriegstetten habe man alle Partien gegen gleichwertig eingestufte Gegner für sich entschieden.

Marschall ist parallel mit dafür besorgt, dass auch in den nächsten Jahren genügend Nachwuchs den Weg zur HG Urtenen findet. Obwohl man sich rund um das Spielfeld mitten auf dem Land wähnt, ist die Agglomeration und auch die Stadt Bern nah. Es ist nicht offensichtlich, dass ein Jugendlicher Hornussen als seinen Sport wählt.

«Wir können die Sportart in der Schule präsentieren», sagt Marschall. «Das hilft uns, der eine oder andere findet so den Weg zu uns.» Den Spielerbestand in der Gesellschaft immer genügend gross halten zu können, ist jedoch nicht immer einfach.

Doppelte Feier?

Auf gutem Weg befindet sich Urtenen aber zweifellos. Am 3. August soll es zu einer doppelten Feier kommen. Höchstetten dürfte dann den Meisterpokal in Empfang nehmen können, der Titelverteidiger ist in der letzten Runde zu Gast und dürfte die Meisterschaft erneut gewinnen. Urtenen wiederum möchte sich dann über den Podestplatz freuen können.

Berner Zeitung

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