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Werbung für den Handball

Das zweite Derby der Saison zwischen dem BSV Bern Muri und Wacker Thun hat mit einem 31:31-Remis geendet. Der Ausgleich für die Thuner fiel erst in den Schlusssekunden. Wacker übernahm dadurch die Leaderposition in der Nationalliga A.

Umkämpftes Derby: Kaspar Arn (BSV, Mitte) wird von den Thunern Stefan Huwyler und Viktor Glatthard gestoppt. Thomas Rathgeb (BSV, links) lauert auf den Ball.
Umkämpftes Derby: Kaspar Arn (BSV, Mitte) wird von den Thunern Stefan Huwyler und Viktor Glatthard gestoppt. Thomas Rathgeb (BSV, links) lauert auf den Ball.
Manuel Zingg

Das Spiel hat remis geendet, die einen jubeln, den anderen steht die Enttäuschung ins Gesicht ­geschrieben. Man kann sich vorstellen, was in den Sekunden und Minuten zuvor geschehen ist. Der BSV Bern Muri hat 31:28 geführt, aber dann zu wenig clever agiert. Der 32. Treffer von Pedro Spinola zählt nicht, weil der Portugiese bei seinem Wurf im Kreis gestanden ist. Allerdings wird von Berner Seite her moniert, dass Spinola zuvor gefoult worden ist. Wacker Thun kommt nochmals in Ballbesitz, der überragende Lukas von Deschwanden erzielt mit einem Schlenzwurf seinen zwölften Treffer und den Ausgleich.

Ausfälle kompensiert

Wacker war dezimiert ans Derby nach Gümligen gefahren. Mit Luca Linder, Lenny Rubin, Nicolas Raemy und Jonas Dähler fehlten vier verletzte Leistungsträger. Die verbleibenden Routiniers schafften es aber vorzüglich, diese Ausfälle zu kompensieren. Dies traf auf Captain Roman Caspar zu, der sich in der ersten Halbzeit eine Platzwunde verarzten lassen musste, kurz vor der Pause zurückkehrte, fortan mit der Nummer 22 statt der Nummer 11 auflief. Und eben auf von Deschwanden. Der Urner konnte zeitweise von den Berner Verteidigern kaum gestoppt werden.

Die grosse Stärke des Nationalspielers ist seine Ruhe auch in hektischen Situationen; er lässt sich von Emotionen während einer Partie kaum beeinflussen und bringt stattdessen seine grossen individuellen Fähigkeiten zum Tragen. Man könnte sich von Deschwanden auch in der Bundesliga vorstellen; der 28-Jährige entschied sich aber, bei Wacker zu bleiben. Auch nach dem Ausgleich verfiel er nicht in Jubelstürme, sondern analysierte das Geschehen sachlich und nüchtern. «Es ist die Aufgabe eines Leistungsträgers wie mir, in wichtigen Situationen Verantwortung zu übernehmen», meinte er. Angesichts der Absenzen und des Spielverlaufs habe man einen Punkt gewonnen und nicht einen verloren.

Soilde Basis

Die Gastgeber wiederum bestätigten, dass sie unter dem neuen Trainer Aleksandar Stevic Fortschritte gemacht haben. Lange schien es, als könnten sie den Vorteil der leicht besseren per­sonellen Besetzung ausnützen. Beim BSV waren mit Valentin Striffeler und Luca Mühlemann zwei erfahrene Spieler abwesend. «Ich hatte auch eher den Endruck, dass Spinola beim letzten Tor gefoult worden war», meinte Captain Thomas Heer. «Lange damit beschäftigen sollten wir uns nicht. Wir müssen den Vorsprung über die Zeit bringen.» Man habe deshalb einen Punkt verloren, sagte Heer. «Zuvor haben wir aber gezeigt, dass wir uns bereits eine äusserst solide Basis erarbeitet haben. Wir sind auf einem guten Weg.»

Die Berner Handballanhänger dürfen sich auf zwei weitere Derbys in der Finalrunde freuen. Wacker hat mit dem Remis die Leaderposition übernommen. Und auch der BSV dürfte in dieser Verfassung mit dem Strichkampf nichts zu tun haben. Das Spiel vom Samstag war beste Werbung für den Handball.

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