Zum Hauptinhalt springen

Wie aus einem Guss – fast bis zum Schluss

In Den Haag trumpfen Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré gross auf. An ihrem dritten gemeinsamen World-Tour-Turnier bezwingen die Zürcherin und die Bernerin diverse Topteams – und werden erst im Final gebremst.

In Topform: Anouk Vergé-Dépré und Joana Heidrich.
In Topform: Anouk Vergé-Dépré und Joana Heidrich.
Getty Images

Was überwiegt nun: Frust oder Stolz? Natürlich Stolz! «Wenn du fünf von sechs Spielen super gestaltest, bleibt trotzdem ein super Gefühl», sagt Anouk Vergé-Dépré. Ein paar Stunden erst sind vergangen, seit sich die Berner Beachvolleyballerin und ihre Partnerin Joana Heidrich im Final des hochkarätig besetzten Dreisterneturniers von Den Haag den Brasilianerinnen Maria Antonelli/Carolina Salgado geschlagen geben mussten. 17:21, 11:21 – im zweiten Satz hatten die Schweizerinnen keine Chance.

Zweifellos darf der zweite Platz als grosser Erfolg verbucht werden, kaum jemand hätte Heidrich/Vergé-Dépré diesen Ex­ploit im Vorfeld zugetraut. Schliesslich hatten sich die Bernerin und die Zürcherin erst auf diese Saison hin vereint, nachdem ihre ehemaligen Partnerinnen Isabelle Forrer und Nadine Zumkehr zurückgetreten waren. Überdies bedingte die neue Konstellation, dass Vergé-Dépré ihre angestammte Position am Block aufgab, mittlerweile als Defensivspielerin agiert.

Fehlende Gefühle

In Den Haag jedoch spielten die beiden 25-Jährigen im Stile eines routinierten Topteams. Der Reihe nach bezwangen sie die Weltranglistenführenden Larissa/Talita (BRA), die Olympiasiegerinnen Ludwig/Walkenhorst (GER) und das derzeit stärkste amerikanische Duo Sweat/Ross – und das jeweils ohne Satzverlust. Im Halbfinal triumphierten die Schweizerinnen dann über die brasilianische Olympiazweite Agatha und ihre neue Partnerin Duda nach einem umkämpften Spiel in drei Sätzen.

«Vor diesem Turnier waren wir an einem ganz anderen Punkt gestanden. Doch wir vermochten in jeder Partie jeweils noch einen draufzulegen», hält Vergé-Dépré fest. Sie sei erstaunt darüber, dass bereits im dritten gemeinsamen Turnier auf der World Tour ein Spitzenplatz resultierte. «Denn die Konstanz ist in einem neuen Team noch nicht da, das hat man im Final gesehen», sagt Vergé-Dépré. Im Beachvolleyball ist das Selbstvertrauen eine wichtige Komponente.

Spannen zwei Spielerinnen zusammen, fehlen die gemeinsamen Erlebnisse, man kann nicht von guten Gefühlen aus der Vergangenheit zehren. «Diesbezüglich geben uns diese Leistungen bestimmt einen Schub», hält Vergé-Dépré fest. «Man darf nicht vergessen, wir sind ein Risiko eingegangen. Dieser Erfolg zeigt, dass wir mit unserer Einschätzung richtig lagen.»

Wochen der Wahrheit

Das grösste Lob erhielt Vergé-Dépré von ihrem Trainer Christoph Dieckmann. Er habe zu ihr gesagt: «Anouk, von diesem Turnier an können wir festhalten: Du bist eine Defensivspielerin.» Sie fühle sich wohler in ihrer neuen Rolle als noch im vergangenen Herbst, sagt die Bernerin. Dennoch spricht sie nach wie vor von einem Prozess, in welchem sie sich befinde. «Ich kann jetzt nicht einfach sagen, dass ich jede Woche dieses Niveau erreichen werde. Aber es gilt möglichst viel von dem, was ich jetzt gezeigt habe, zu reproduzieren.»

Für Vergé-Dépré und Heidrich stehen nun die Wochen der Wahrheit an. Zuerst geht es nächste Woche nach Porec, dann Anfang Juli nach Gstaad. In Kroatien wie im Berner Oberland werden zwei Turniere der höchsten Kategorie ausgetragen. In knapp einem Monat schliesslich steht mit der Weltmeisterschaft in Wien der Saisonhöhepunkt im Programm. «Wir werden nun etwas befreiter aufspielen können», sagt Vergé-Dépré. Das Ziel sei, möglichst oft in die Top Ten vorzustossen. «Aber klar, nun ­haben wir Lust auf mehr be­kommen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch