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«Am Freitag beginnt die neue Saison»

Der Ski-Weltcup ist zu Ende. Statt zu jubeln, bereiten sich die erfolgreichen Schweizer schon auf ihre Rolle als Gejagte vor.

Eine von fünf Schweizer Kugeln: Feuz gewann den Abfahrtsweltcup.
Eine von fünf Schweizer Kugeln: Feuz gewann den Abfahrtsweltcup.
Gabriele Facciotti/AP

Auch der Ski-Weltcup erlebt ein abruptes Ende. Nach den Frauenrennen in Are sind auch die letzten Wettkämpfe der Männer in Kranjska Gora wegen des Coronavirus abgesagt. Das kürt Aleksander Kilde zum Gesamtweltcupsieger.

Erst schien es, als laufe in den letzten Wochen dieses Skiwinters, der nach der Absage des Finals in Cortina d’Ampezzo bereits verkürzt war, alles gegen den Norweger. Der Super-G in seiner Heimat Kvitfjell fiel vergangenen Sonntag dem Nebel zum Opfer. Es blieben ein Riesenslalom und ein Slalom im Programm, die Paradedisziplinen von Alexis Pinturault und Henrik Kristoffersen, den Verfolgern des 27-Jährigen.

Und nun ist doch er der grosse Sieger, Aleksander Kilde, mit dem eigentlich niemand gerechnet hat vor dieser Saison. Weil er im Riesenslalom nach dem Wechsel zurück von Head- auf Atomic-Ski zu nie dagewesener Konstanz fand, entschied er als eigentlicher Speed-Spezialist und damit Aussenseiter den Kampf um die grosse Kugel für sich. Er ist damit der erste Sieger in der Ära nach Hirscher und der erste Tempobolzer seit Carlo Janka 2010, der am Ende des Winters zuoberst steht.

Norwegen und Italien mit Federica Brignone stellen die Gesamtweltcupsieger

Entschieden sind nun auch die Slalom- und Riesenslalomwertungen: Henrik Kristoffersen ist der grosse Nutzniesser. Er gewinnt im Slalom zum zweiten Mal nach 2016. Sein Vorsprung: 2 Punkte auf Clément Noël. Auch Daniel Yule, dreifacher Slalomsieger in dieser Saison, hätte noch theoretische Chancen gehabt auf Platz 1. Sein Rückstand als Dritter betrug allerdings bereits 57 Punkte. Den Riesenslalomweltcup entscheidet Kristoffersen mit 6 Punkten Vorsprung auf Pinturault für sich.

Dank Kilde und Kristoffersen zieht Norwegen gleich mit Italien, das ebenfalls drei Kugeln holte – alle bei den Frauen. Spitzenreiter aber ist die Schweiz, die auch den Nationencup mit 8732 Punkten und deren 1038 Vorsprung auf Österreich erstmals seit 30 Jahren gewinnt: Beat Feuz (Abfahrt), Mauro Caviezel (Super-G), Loïc Meillard (Parallelrennen) und Corinne Suter (Abfahrt und Super-G) sorgten für fünf Disziplinensiege.

Gerne hätten das die Schweizer ausgelassen gefeiert bei den letzten Rennen. Nun bleibt ihnen die emotionslose Zurkenntnisnahme. «Es ist, wie es ist», sagt Männer-Cheftrainer Thomas Stauffer. «Es war schon in Kvitfjell seltsam, als das Rennen abgesagt wurde und Mauro kurz darauf die Kugel bekam.»

Das Coronavirus beschäftigte den Ski-Weltcup bereits im Januar, in dem letztlich die Rennen in China abgesagt wurden. «Es gab uns schon lange zu denken», sagt Stauffer. «Vor allem die Athleten haben viel daran herumstudiert. Die jetzige Entscheidung ist sicher nachvollziehbar, es gab schlicht zu viele offene Fragen, wie etwa, wer überhaupt einreisen darf in Slowenien.» Sein Team wäre mit Sicherheit gefahren, hätte es Rennen gegeben, sagt der Berner Oberländer. Nun bleibt es vorerst im salzburgischen Hinterreit, wo es sich vorbereitet hatte auf Kranjska Gora. Sie würden die guten Bedingungen jetzt noch ausnützen wollen, sagt Stauffer. Denn: «Für uns beginnt morgen die neue Saison. Wir müssen gut gerüstet sein für den nächsten Winter. Dann sind wir die Gejagten.»

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