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Das Beste kommt zum Schluss

Didier Défago erlebt am Weltcupfinal in Méribel einen Abschied, wie man ihn sich wünscht. In seiner letzten Abfahrt auf höchstem Niveau belegt er den zweiten Platz – 0,24 Sekunden hinter Kjetil Jansrud.

Zwischen Freude und Wehmut: Didier Défago erlebt in Méribel eine emotionale Abfahrtsderniere.
Zwischen Freude und Wehmut: Didier Défago erlebt in Méribel eine emotionale Abfahrtsderniere.
Keystone

Der rote Teppich war in der Abfahrt von Méribel für den abtretenden Didier Défago ausgerollt. In der vergangenen Woche hatte er die «Roc de Fer»-Piste mit den Franzosen testen dürfen und am welligen Terrain Gefallen gefunden. Im einzigen Training vom Dienstag stellte er die Bestzeit auf, das Rennen konnte er mit der günstigen Nummer 1 in Angriff nehmen. Der Walliser wusste die ideale Ausgangslage zu nutzen.

Er durfte sich in der Leaderbox aufhalten, bis ihn Kjetil Jansrud dank einer nahezu perfekten Fahrt auf dem zusehends weicher werdenden Schnee ablöste. Für Défago war es der 3.Weltcup-Podestplatz seit seinem Olympiasieg vor 5 Jahren in Vancouver. Im Dezember 2011 in Bormio (Abfahrt) und im Januar 2014 in Kitzbühel (Super-G) hatte der 37-Jährige seine Weltcupsiege 4 und 5 gefeiert.

Das zweitletzte Tor

Die letzten Monate waren für Défago nicht nach Wunsch verlaufen, als Saisonbestergebnis war für ihn der 7.Rang aus dem Super-G von Beaver Creek zu Buche gestanden; in der Abfahrt war er über die 9.Plätze von Santa Caterina und Garmisch nicht hinausgekommen. Entsprechend erleichtert war er, dass sich gestern ein Knopf löste: «Ich habe endlich wieder einmal keinen gröberen Fehler gemacht. Diese hatten mich zuletzt mehrfach Spitzenergebnisse gekostet.»

Dem verpassten Sieg mochte er nicht nachtrauern. Hätte Défago das zweitletzte Tor nicht so spitz angefahren, wäre er vielleicht gar vor Jansrud geblieben. Er ist überzeugt, dass er auch heute bei seiner Weltcupderniere im Super-G (9.30 Uhr) die Anspannung hoch halten kann. «Ich freue mich, noch einmal so richtig das Adrenalin zu spüren.»

Von den restlichen Schweizern schafften es auch Patrick Küng (7.) und Beat Feuz (9.) in die Top 10. Der Weltmeister und der WM-Bronzegewinner konnten sich auf der verhältnismässig flachen Strecke gegenüber dem Training steigern, beklagten jedoch beide Fehler im technisch anspruchsvolleren Mittelteil. Feuz beendet den Abfahrtsweltcup als bester Schweizer auf Rang 7. Der Emmentaler hofft im Hinblick auf die Zukunft, dass er in seinen Leistungen noch konstanter wird. Dies hänge aber vom Zustand seines lädierten Knies ab, sagte Feuz. Manchmal sei er immer noch stark eingeschränkt. Wenn er gesundheitlich weiterhin Fortschritte erziele, sei sicher noch mehr möglich. «Ich will regelmässiger um Siege kämpfen», hielt er fest.

Küngs Abfahrtsbilanz fällt zwiespältig aus. Der Glarner sagt: «Der WM-Titel überstrahlt alles. Wenn man aber im Weltcup nie auf dem Podest gestanden ist, kann man nicht zufrieden sein.» Sein Fahrplan sei halt total auf die WM ausgerichtet gewesen. Er habe endlich mal an einem Grossanlass in optimaler körperlicher Verfassung am Start stehen wollen. Deshalb hätten im Weltcup womöglich manchmal ein paar Prozente gefehlt.

Der Nachfolger Svindals

In der Disziplinenwertung war die Sache am Ende klar. Jansrud baute den Vorsprung auf den Österreicher Hannes Reichelt, der gestern Zehnter wurde, auf 94 Punkte aus und trat damit die Nachfolge seines rekonvaleszenten Landsmanns Aksel Svindal an. Im Gesamtweltcup reduzierte Jansrud die Differenz zu Titelverteidiger Marcel Hirscher auf 64 Punkte.

Der Norweger wird aber heute im Super-G noch einmal brillieren müssen, um seinen Rivalen zumindest ein bisschen unter Druck setzen zu können. In den technischen Rennen vom Wochenende wird Jansrud so oder so chancenlos bleiben. Hirscher will seine ohnehin schon hervorragenden Perspektiven auf den vierten Weltcup-Gesamtsieg in Serie mit dem Start im heutigen Super-G verbessern.

SI/Marco Ackermann

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