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Das Gefühl ist nicht mehr zurückgekommen

Fabienne Suter erklärt ihren Rücktritt. Die 32-jährige Schwyzerin hat vier Weltcuprennen gewonnen.

Kehrt dem Spitzensport den Rücken: Fabienne Suter.
Kehrt dem Spitzensport den Rücken: Fabienne Suter.
Keystone

Ist der Wille noch vorhanden? Bin ich davon überzeugt, die Rückkehr an die Spitze nochmals zu schaffen? Fragen wie die erwähnten stellte sich Fabienne Suter immer wieder, beispielsweise 2010, als sie sich mit Burn-out-Symptomen konfrontiert sah. Und 2012, nachdem sie im Kombinationsslalom von St. Moritz zu Fall gekommen war, einen Kreuzbandriss erlitten hatte.

Stets fiel die Antwort positiv aus – systembedingt, wie die vierfache Weltcupsiegerin einmal erklärte: «Uns Skifahrern wird früh gelernt, wieder aufzustehen. Wir glauben immer an die Wende zum Guten. Wir haben immer das Gefühl, das nächste Mal werde es besser gehen.» In Suters Fall gibt es kein nächstes Mal mehr; die 32-jährige Schwyzerin hört auf.

In Erinnerung bleiben wird ihr Kampf an den Grossanlässen respektive mit dem eigenen Kopf, der ihr permanent im Weg zu stehen schien, wenn Medaillen vergeben wurden. An den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver, um das Extrembeispiel zu nennen, belegte sie die Plätze 4, 5 und 6. Früh war ihr Talent erkannt worden.

Verletzungsbedingt verlor sie als noch nicht 20-Jährige gleich drei Saisons. Trotzdem stellten sich nach der Rückkehr rasch Erfolge ein. Weil ihre Technik höchsten Ansprüchen genügte, weil sie über den nötigen Mut verfügte. Experten sprachen im Zusammenhang mit Suter vom Gesamtweltcup. Niemand zweifelte an ihren Qualitäten – Suter selbst ausgeklammert.

Im Winter 2015/2016 gelang ihr die letzte Wende zum Guten. Viermal Zweite, einmal Dritte, Rang 2 in der Abfahrtswertung, hinter Lindsey Vonn: Suter wirkte glücklich, haderte nicht wegen verpasster Siege, führte die neue Gelassenheit auf den neuen Sommerjob zurück. Seilparkkunden in die Geheimnisse des Kletterns einführen, «ein normales Leben führen – ohne Druck»: Der Kopf war frei, und es schien im Hinblick auf die Heim-WM-Saison so zu bleiben, weil Suter im Sommer erneut ausklinkte, täglich in den Seilen hing.

Ende November jedoch kam sie in Lake Louise zu Fall. Zerstörte den besten Rennski. Erlitt eine Meniskusverletzung. Musste sich einer Arthroskopie unterziehen. Was des Schlechten zu viel war. Das Gefühl, wonach es beim nächsten Mal besser gehen werde, ist nicht mehr zurückgekommen.

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