Ein peinlicher Rechenfehler der FIS

Deshalb musste der Skiverband die von Hand gestoppten Zeiten der Frauen-Abfahrt in Crans-Montana noch einmal korrigieren.

Joana Hählen und Corinne Suter unmittelbar nach dem Rennen in Crans-Montana. (Video: SDA)

Die Geschichte wird noch verrückter. Am Dienstag, also drei Tage nach dem Rennen im Wallis, verkündete der Internationale Skiverband FIS noch eine Korrektur: Joana Hählen, die in Crans-Montana erstmals in ihrer Karriere auf dem Podest stand, wurde der Zweite Rang aberkannt. Hinter der unumstrittenen Siegerin Sofia Goggia werden nunmehr Nicole Schmidhofer als Zweite und Corinne Suter als Dritte geführt. Die Österreicherin und die Schwyzerin waren zuvor als Vierte und Fünfte klassiert gewesen. Vierte ist nun Joana Hählen, Lara Gut-Behrami folgt hinter Schmidhofers Teamkollegin Stephanie Venier auf Platz 6.

Wie die FIS am Dienstag in einem Communiqué wissen lässt, war die Berechnung des Korrektur-Faktors fehlerhaft. Das Reglement sieht vor, dass von Hand gestoppten Zeiten 13 Hundertstel hinzugezählt werden. Diese wurden am Samstag jedoch irrtümlich subtrahiert statt addiert. Nun wurden die von Hand gestoppten Zeiten noch einmal kontrolliert. Und so ging die bei der FIS verantwortliche Arbeitsgruppe und Vertreter der für die Zeitmessung zuständige Firma Swiss Timing noch einmal über die Bücher.

Was war passiert?

Am Samstag hatte die Frauen-Abfahrt in Crans-Montana für Aufsehen gesorgt. Leider in erster Linie nicht die sportlichen Leistungen der Athletinnen – sondern aufgrund der fehlerhaften Zeitmessung. Ausgerechnet bei vier Schweizerinnen – bei Hählen, Gut-Behrami, Jasmine Flury und Priska Nufer – stoppte die Zeit bei der Zieldurchfahrt nicht. Weil auch das über eine Lichtschranke messende B-System ausstieg, mussten die handgestoppten Zeiten herbeigezogen und mit einem Koeffizienten korrigiert werden. Erst Stunden nach der letzten Zieldurchfahrt wurde das offizielle Klassement verkündet: Goggia auf 1, Hählen auf 2 und Gut-Behrami auf 3.

Die Aufruhr war gross, insbesondere in Österreich - der Verband legte Einspruch ein - und bei Schmidhofer. Die Österreicherin verlor ihren dritten Platz an Gut-Behrami und sprach danach von einem «Bschiss». Gut-Behrami meinte an der PK am Samstagabend noch: «Wenn wir noch länger warten, werde ich vielleicht noch Zweite.» Falsch gedacht. Nun bleibt ihr lediglich Rang 6.

red

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