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Fränzi Mägert-Kohli: «So schnell lasse ich mich nicht überholen»

Nach ausgezeichnetem Saisonstart ist die Steffisburger Snowboarderin Fränzi Mägert-Kohli ausser Form geraten.

Fränzi Mägert-Kohli ist überzeugt, dass sie wieder zu ihrer Form zurück findet (Bild: Archiv BZ).
Fränzi Mägert-Kohli ist überzeugt, dass sie wieder zu ihrer Form zurück findet (Bild: Archiv BZ).
Urs Baumann

Es war angerichtet. Fränzi Mägert-Kohli gewann in dieser Saison das erste Weltcuprennen in Landgraaf und stieg in Telluride (USA) als Zweite nochmals aufs Podest. Die 29-Jährige führte die Gesamtwertung souverän an und der erstmalige Gewinn der Weltcup-Kristallkugel schien Formsache zu sein.

Danach lief allerdings nicht mehr viel zusammen. Mägert-Kohli patzte und kam in den vier folgenden Rennen nicht mehr über einen sechsten Rang hinaus. Derweil reihte Teamkollegin Patrizia Kummer drei Weltcupsiege aneinander und überholte Mägert-Kohli in der Gesamtwertung. Doch die Steffisburgerin gibt sich kämpferisch. In Sudelfeld (De) will sie wieder voll angreifen. «Jetzt bin ich wieder Jägerin statt Gejagte», sagt sie. «Dies Rolle behagt mir».

Was ist nach dem guten Saisonstart geschehen? Fränzi Mägert-Kohli: Ich hatte einen Hänger. Dafür gibt es wohl mehrere kleine Gründe.

Zählen Sie ein paar auf. Ich war in einer völlig neuen Situation. Ich fuhr erstmals Rennen im Trikot der Weltcup-Gesamtleaderin. Das ist zwar schön, aber ich denke mir, ist dabei auch meine Lockerheit abhandengekommen.

Und weiter? Nach den ersten beiden schlechten Rennen habe ich auch den Biss verloren. Ich war mein Leben lang ein Wettkampftyp. Plötzlich schien es, als wäre ich nicht mehr bereit, in den Rennen hundert Prozent zu geben.

Wie gingen Sie mit dieser Erkenntnis um? Nach dem Rennen in Bad Gastein fuhr ich nach Hause und machte eine Woche lang Pause. Ich fuhr für mich Snowboard, ging zum Langlaufen – ohne Druck, ohne Stress. Das hat wahnsinnig gutgetan. Ich konnte auftanken. Jetzt bin ich bereit für die zweite Saisonhälfte.

Was liegt im Parallelriesenslalom in Sudelfeld drin? Alles. Mit den Podestplätzen sind die Ansprüche gestiegen. Ich weiss ja, wie es laufen muss, damit ich gewinne. Die schwachen Resultate in den vier letzten Rennen habe ich analysiert. In einigen machte ich Fehler, in anderen war die Konkurrentin besser als ich. Und beim Sturz in Jauerling ist es einfach dumm gelaufen. Jetzt muss ich nicht mehr grübeln, sondern einfach drauflosfahren.

Im Gesamtweltcup sind Sie von einer Teamkollegin überholt worden. Macht dies Ihre Situation erträglicher? Dass Patrizia Kummer und auch Julie Zogg gute Resultate erreicht haben, ist für den Snowboardsport in der Schweiz super. Aber erträglicher? (überlegt lange) Eigentlich nicht. Ich muss mich auf mich konzentrieren. Jetzt bin ich wieder Jägerin statt Gejagte. Diese Konstellation behagt mir. Ich bin motiviert, mich gegen die interne Konkurrenz zu wehren. So schnell lasse ich mich nicht überholen. So schnell gebe ich sicher nicht auf.

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