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Grünenfelder-Brüder üben fürs Siegerinterview

Wenn Tobias Grünenfelder am Lauberhorn im Ziel abschwingt, steht sein Bruder schon mit dem Mikrofon da. Jürg Grünenfelder führt in Wengen die Interviews mit den Skirennfahrern. Ein Szenario würde den Brüdern besonders gefallen.

Keine nervigen Fragen: Jürg Grünenfelder (rechts) hält seinem Bruder Tobias das Mikrofon hin.
Keine nervigen Fragen: Jürg Grünenfelder (rechts) hält seinem Bruder Tobias das Mikrofon hin.
Andreas Blatter

«Am liebsten würde ich meinem Bruder Tobias am Mikrofon zum Sieg gratulieren», sagt Jürg Grünenfelder. Der vor drei Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretene Schweizer Skirennfahrer wird an den 80.Lauberhornrennen die Interviews im Zielraum führen – auf Deutsch und Englisch. «Ich freue mich auf die neue Aufgabe und versuche, den Fahrern Interessantes zu entlocken und deren Emotionen rüberzubringen. Nervige Fragen werde ich keine stellen, sondern den Athleten mit Respekt begegnen», sagt der 36-jährige Glarner. Nervige Fragen? «Ich hasste es als Aktiver, wenn mich Journalisten nach einer verpatzten Fahrt fragten, wie ich mich fühle. Miserabel natürlich!»

Grünenfelder wird am Lauberhorn aber auch Bundesrat Ueli Maurer ans Mikrofon bitten. «Am Samstag werde ich eine Stunde vor Rennbeginn im Startgelände die Interviews führen», erzählt der 109-fache Weltcup-Fahrer.

Testpilot im Stöckli-Team

Die meisten Athleten kenne er persönlich, sagt Jürg Grünenfelder, zusätzliche Informationen hole er sich im Internet. Die Weltcup-Rennen in dieser Saison verfolgt er entweder vor Ort oder im Fernsehen. Der Viertplatzierte der Olympiaabfahrt von Nagano (1998) – «Grüeni» war um einen Hundertstel langsamer als Bronzemedaillengewinner Hannes Trinkl – amtet heuer als Testfahrer im Stöckli-Team. In dieser Funktion liefert er seinem Bruder Tobias konkrete Anhaltspunkte für die entsprechende Skiwahl. «Jürg ist meine wichtigste Bezugsperson. Nach jedem Rennen telefonieren wir und analysieren meine Fahrt», sagt der vier Jahre jüngere Bruder Tobias, um anzufügen, dass ihm Jürg stets einen Schritt voraus gewesen sei. So auch in der familieninternen Weltcup-Bilanz, wo Jürg die Vormachtstellung hält: Sein bestes Resultat ist der zweite Platz in der Abfahrt von Gröden 2004; Tobias Grünenfelder stand dreimal als Dritter auf dem Podest – zweimal im Super-G von Garmisch, einmal in der Abfahrt von Bormio. Auch am Lauberhorn kam der Jüngere nicht am Älteren vorbei: Im einzigen Rennen gegeneinander nahm Jürg (22.) seinem Bruder (32.) fast eine Sekunde ab. Corina Grünenfelder, die Schwester des Stöckli-Duos, erzielte im Slalom von Maribor 2002 ihr bestes Ergebnis (8.).

Jürg Grünenfelder hat im Glarnerland als RE/MAX-Franchisnehmer einen eigenen Immobilienvermittlungsservice aufgebaut. Seit zehn Monaten ist er Vater eines Sohnes namens Milo. Nebenbei berät der sympathische Elmer die Swiss-Ski-Cracks Patrick Küng, Cornel und Diego Züger sowie Kathrin Fuhrer.

Welche Frage seines Bruders er denn am liebsten beantworten würde? «Er muss mir nicht einmal eine Frage stellen», sagt Tobias Grünenfelder mit einem verschmitzten Lächeln. «Ich würde mich auch über seine Gratulationen freuen.»

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