Angeschuldigte Doperin bricht in Tränen aus und erklärt

Die Nachricht erschüttert den Ski-Langlauf-Sport. An einer emotionalen Pressekonferenz äusserten sich soeben Therese Johaug, ihr Arzt und der norwegische Verband zu den schweren Vorwürfen.

Weinte an der Pressekonferenz bittere Tränen: Die angeschuldigte Therese Johaug.

Weinte an der Pressekonferenz bittere Tränen: Die angeschuldigte Therese Johaug.

(Bild: Reuters)

Die positive Probe bei Therese Johaug, der grossen Dominatorin der letzten Saison, stammt gemäss dem norwegischen Skiverband von einem unangekündigten Test der norwegischen Anti-Doping-Agentur Nada vom 16. September.

Johaug und ihrem Arzt Fredrik Bendiksen zufolge soll sich die Substanz, das anabole Steroid Clostebol, in der Creme Trofodermin befunden haben, die Bendiksen Johaug zur Behandlung eines Sonnenbrands an der Lippe zwischen dem 4. und 15. September im italienischen Livigno verabreicht hatte. Italienische Apotheker hätten dabei versichert, dass keine verbotenen Substanzen in der Creme enthalten seien.

«Ich bin am Boden zerstört und verzweifelt angesichts der Tatsache, dass ich in diese schwierige und für mich unreale Situation geraten bin. Ich finde das unfair und unverdient», erklärte Johaug in einem Statement. Sie sei sich der Verantwortung über die Medikamente, die sie einnehme, aber bewusst.

Teamarzt Bendiksen übernahm die volle Verantwortung für den Fall. «Ich bin zutiefst unglücklich über die Situation, in die ich Therese gebracht habe. Sie hat die Creme nicht illegal verwendet, ich habe sie ihr gegeben. Therese ist eine verantwortungsvolle Sportlerin, die sorgfältig und genau alles prüft, was sie tut», betonte der Mannschaftsarzt.

Die Athletin oder ihr Arzt Bendiksen hätten den Namen der Creme lediglich im Internet eingeben müssen, um direkt zu sehen, welche Substanzen darin enthalten sind. Denn mindestens die ersten vier auftauchenden Links belegen, dass die Salbe das anabole Steroid Clostebol enthält.

Der norwegische Verband will zunächst keine Strafmassnahmen ergreifen und kämpft für einen Freispruch von Johaug. Man wolle Johaug und Bendiksen nach der Offenlegung schützen. «Das ist eine ernste Situation für Therese Johaug, Fredrik Bendiksen und den norwegischen Langlaufsport», sagte Thorbjörn Skogstad.

Der Chef des norwegischen Langlauf-Komitees berief die Führung ein, um weitere Schritte zu beraten. Man werde sich auch mit der Nada unterhalten, was nun zu tun sei.

jwi/sda

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