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Kitzbühel kämpft gegen das Wetterchaos

Am Samstag soll das legendäre Abfahrtsrennen auf der Streif stattfinden. Aber das Ski-Spektakel ist stark gefährdet.

Tiefer Schnee: So präsentiert sich die Streif am Mittwochvormittag. (17. Januar 2018)
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Webcam Kitzbühel
Klare Meinung: Der Lauberhorn-König kritisiert die Organisatoren in Kitzbühel scharf. (11. Januar 2018)
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Peter Schneider, Keystone
Marc Gisin klassiert sich als bester Athlet von Swiss-Ski im 7. Rang.
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Hans Klaus Techt, Keystone
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Glaubt man den Meteorologen, so steht ausgerechnet der Abfahrtsklassiker in Kitzbühel unter keinem guten Stern. Denn die Wetterprognosen für das Wochenende verheissen nichts Gutes für das Weltcuprennen im Tirol: Es ist Neuschnee für den Freitag und Samstag angesagt, mindestens 20 Zentimeter. Bereits das Training vom Mittwoch musste wegen des Neuschnees abgesagt werden. Auch soll starker Nebel aufkommen, und das Sturmtief Friederike hat sich für die zweite Wochenhälfte angekündigt.

«Kitz stemmt sich gegen das Wetterchaos», titelt die österreichische Onlineplattform Wetter.at. Es werde um die grösste Skiparty des Jahres gezittert, im Hintergrund schrillen die Alarmglocken.

Auf jeden Fall sei die Aufgabe für die rund 300 Pistenhelfer immens, die Strecke rennfit zu machen. Das scheint in diesem Jahr ohnehin eine heikle Sache zu sein. Nach dem ersten Training hagelte es Kritik von den Stars der Branche, was den Zustand der Streif betrifft. Weltmeister und Lauberhorn-König Beat Feuz unverblümt: «So geht es nicht.»

Auch ein wirtschaftlicher Aspekt

85'000 Fans werden in Kitz am Samstag erwartet. Gemäss österreichischen Quellen schauen sich 300 Millionen Menschen den Abfahrtshit vor dem TV-Gerät an. Prominenz wie Kultschauspieler und -politiker Arnold Schwarzenegger oder Alpen-Rock-'n'-Roller Andreas Gabalier sollen heuer ihre Aufwartung machen. Sind die Wettervorhersagen schlecht, verzichten wohl viele Adabeis und Besucher auf den Trip ins Tiroler Gaudi-Mekka. Das wäre ganz und gar nicht im Sinne des lokalen Tourismus, dem das jährliche Weltcup-Happening im Januar den Euro nur so in die Kassen spült.

Die Organisatoren, aber auch die Event-Manager rund um das Spektakel geben sich wetterfest. Harti Weirather (59), ehemaliger Abfahrtsweltmeister, Mitveranstalter und Papa der blitzschnellen Tina Weirather, bleibt optimistisch und erinnert an früher: «Wir haben schon schlechtes Wetter gehabt und sind gefahren.» Es werde eine Lösung geben.

Cuche und die Hahnenkamm-Sprints

In der Tat: Ist die Schneedecke auf der Piste zu dicht, die Sicht zu schlecht, kann nicht vom Originalstart ganz oben gestartet werden. Das wäre zu gefährlich. Infrage käme ein verkürztes Rennen, aber dann verliert die neben Wengen anspruchsvollste Weltcup-Prüfung an Renommee.

Von einer solchen Konstellation hat die Skination Schweiz schon profitieren können. Didier Cuche, mit fünf Triumphen auf der Streif der «Kaiser von Kitzbühel» – Originalton Franz Klammer –, siegte 2012 auf einer gestutzten Strecke. Zwei Tage zuvor hatte der damals 37-jährige Neuenburger seinen Rücktritt angekündigt. 1998 war die Hahnenkamm-Abfahrt in zwei Sprint-Läufen ausgetragen worden. Der Sieger: Didier Cuche.

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