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Neuer, alter Cologna

Im Kampf um den Gewinn der 12. Tour de Ski hat sich Dario Cologna mit den zwei Siegen in Lenzerheide eine vielversprechende Ausgangslage geschaffen.

In Fahrt: Dario Cologna glänzte bei der Tour de Ski in Lenzerheide zum Jahreswechsel mit zwei Siegen. Nun geht das Rennen in Deutschland weiter.
In Fahrt: Dario Cologna glänzte bei der Tour de Ski in Lenzerheide zum Jahreswechsel mit zwei Siegen. Nun geht das Rennen in Deutschland weiter.
Keystone

Es gab Zeiten, da reihte Dario Cologna beinahe im Wochenrhythmus einen Weltcupsieg an den nächsten. Herausragend war insbesondere die Zeit zwischen Mitte Dezember 2011 und März 2012, als er gleich acht Erfolge auf höchster Stufe errang und die Konkurrenz quasi nach Belieben dominierte. In solchen Phasen nehme man die Siege ein bisschen als selbstverständlicher hin, sagt Cologna nun. «Die Tatsache, dass man – wie jetzt – auf einen Erfolg länger warten musste, macht diesen spezieller.»

19 seiner nunmehr 23 Siege im Weltcup hatte Cologna bereits vor den Olympiatriumphen von Sotschi in seinem Palmarès stehen. Fast drei Jahre waren vergangen, ehe an Silvester/Neujahr wieder Siegerehrungen mit dem 31-Jährigen zuoberst auf dem Podest stattfanden. «In den letzten Jahren hat immer etwas gefehlt», sagt Cologna. «Ich habe aber immer gewusst, dass ich es besser kann.»

Dass die Entwicklung von Aussenstehenden in den vergangenen Monaten und Jahren mitunter skeptisch betrachtet wurde und Zweifel aufkamen, ob er noch einmal sein einstiges Topniveau würde erreichen können, kann Cologna nachvollziehen. Auch er habe sich Gedanken gemacht. «Extrem weit weg von der Spitze war ich jedoch nie.»

Fokus auf Olympia

Dass man sich mit den Erfolgen aus der Vergangenheit in der Gegenwart wenig kaufen kann, mussten schon manche Ausnahmekönner ihres Sports erfahren. Umso wichtiger waren die beiden Etappensiege an der Tour de Ski für Colognas Kopf – speziell im Hinblick auf die Olympischen Spiele. Denn Tour hin, Tour her: Der Hauptfokus des Münstertalers gilt den Wettkämpfen im Februar in Pyeongchang. Am Neujahrstag im Verfolgungsrennen zeigte Cologna wieder jene Ausstrahlung, jene Präsenz, die ihn in seinen besten Jahren ausgezeichnet hatte. «Ich musste wieder lernen zu gewinnen», sagt Cologna.

Grosse Erleichterung war nach den Siegen in Lenzerheide nicht nur bei Cologna selbst zu spüren, sondern auch bei den Verantwortlichen um Langlaufchef Hippolyt Kempf. Während zweier Jahre wurde an vielen technischen Details gearbeitet, nicht immer rannten Kempf und Co. bei Cologna dabei offene Türen ein. «Die Olympischen Spiele sind nun eine Kopfsache, das Vertrauen ist jetzt da», sagt Kempf. «Wichtig ist, dass Dario Energie sammelt für Pyeongchang. Nun sieht man, was möglich ist.»

Mit der auf diese Saison hin verbesserten Infrastruktur am Nationalen Leistungszentrum in Davos ging nochmals eine Qualitätssteigerung einher, nicht nur was das Techniktraining auf dem Laufband anbelangt, sondern auch betreffend die gesamte physiotherapeutische Arbeit daneben. Cologna sprach zudem stets von einer guten Saisonvorbereitung, auch fielen bereits vor der Tour de Ski die Resultate im Vergleich zum Vorjahr besser aus – allerdings fehlte bis Silvester ein Podestplatz.

In den vergangenen beiden Wochen vermochte Cologna einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Die entzündeten Achillessehnen bereiten ihm auf den Langlaufski derzeit keine Probleme. Dass er nun mit seinem Leistungsniveau wieder ganz oben angelangt ist, erfüllt den Schweizer Teamleader durchaus mit Stolz.

Sprint nach dem Ruhetag

Einziger grosser Abwesender bei der Tour de Ski ist der siebenmalige Saisonsieger Johannes Hösflot Klaebo. Der junge Norweger wird die Entwicklung Colognas aus der Ferne mit besonders grossem Interesse verfolgen. Einiges spricht dafür, dass Klaebo am Sonntag vor dem TV den Bündner als ersten Läufer auf der Alpe Cermis ankommen sieht. Derzeit führt Cologna die Tour-Gesamtwertung mit 22,6 Sekunden Vorsprung vor dem russischen Titelverteidiger Sergei Ustjugow an.

Nach dem Ruhetag am Dienstag steht am Mittwoch in Oberstdorf ein Klassisch-Sprint im Programm. Ein erneuter Leaderwechsel ist dann nicht unwahrscheinlich, schliesslich gilt Ustjugow als deutlich besserer Sprinter als ­Dario Cologna. Letzterer jedoch weiss: «Es kommen noch Etappen, die mir gut passen.»

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