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Parallelen zu Feuz – und sogar ein wenig besser

Lars Rösti wird bei seiner Lauberhorn-Premiere 26. und holt damit zum zweiten Mal Weltcuppunkte.

Dynamisch und gekonnt über den Hundschopf: Lauberhorn-Neuling Lars Rösti.
Dynamisch und gekonnt über den Hundschopf: Lauberhorn-Neuling Lars Rösti.
Christian Pfander

Lars Rösti hat nach seiner Fahrt ein breites Grinsen im Gesicht, ballt die Faust in Richtung Himmel und animiert die Zuschauer zu einer La-Ola-Welle. Rösti, gestartet mit der Nummer 45, belegt zu diesem Zeitpunkt den 26. Platz, noch 13 Athleten stehen oben. Er verfolgt deren Fahrten vom Zielraum aus, und sein Grinsen wird dabei immer breiter.

Als mit dem Briten Roy-Alexander Steudle auch der Letzte unten angekommen ist, steht fest: Es bleibt beim 26. Platz. Rösti holt zum zweiten Mal in seiner Karriere Weltcuppunkte, und das einen Tag vor seinem 22. Geburtstag. Obwohl es lediglich fünf Zähler sind, sind sie natürlich ganz speziell für den Skifahrer aus dem rund 40 Kilometer entfernten St. Stephan. «Es war immer ein Bubentraum von mir, am Lauberhorn zu punkten. Dass es jetzt wirklich geklappt hat, ist einfach geil», sagt er.

Es ist ein weiteres Kapitel in der Geschichte des aufstrebenden Swiss-Ski-Athleten und gelernten Schreiners. Im Februar 2019 wurde er im italienischen Val di Fassa Junioren-Abfahrtsweltmeister. Einen Monat später fuhr er im Weltcupfinale von Soldeu auf den 15. Rang und sicherte sich damit die ersten Weltcuppunkte.

Mit Glück zur Abfahrt

Doch in der Folge wurde es ruhiger um den Weltmeister, er bestritt noch zwei Weltcuprennen seither, klassierte sich allerdings fernab der Punkteränge. So musste er sich den Startplatz fürs Heimrennen erkämpfen. Und hatte dabei auch etwas Glück, denn die Trainings in Wengen verliefen nicht nach Plan. Bei der internen Qualifikation am Donnerstag stürzte Rösti, die Premiere am Lauberhorn schien in weite Ferne gerückt zu sein. «Ich dachte: Das wars, ich kann meine Koffer packen und nach Hause gehen», sagt er. Seine Trainer allerdings trauten dem jungen Berner Oberländer etwas zu und liessen ihm den Vortritt gegenüber Arnaud Boisset. Und Rösti hat sie nicht enttäuscht.

Während der Obersimmentaler von seiner Fahrt erzählt, findet im Hintergrund die Rangverkündigung statt. Zuoberst steht mit Beat Feuz einer, der doch gewisse Parallelen zu Rösti aufweist. Beide sind Berner Junioren-Abfahrtsweltmeister, haben eine Handwerkerausbildung gemacht, weisen ähnliche körperliche Voraussetzungen auf. Und natürlich möchte Rösti früher oder später auch so erfolgreich sein wie der dreifache Lauberhornsieger. «Aber es ist noch ein sehr, sehr weiter Weg, bis ich an diesem Punkt angelangt bin», sagt Rösti. Logisch, auch Feuz hat mal klein angefangen. 2010 fuhr der damals 21-jährige Schangnauer bei seiner ersten Abfahrt in Wengen auf Rang 42.

Die Premiere am Lauberhorn – sie ist Rösti besser geglückt als dem Rekordsieger.

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