Verletzung statt Medaille

Der Monoskifahrer Christoph Kunz aus Reichenbach blickt auf seine vierte Paralympics-Teilnahme zurück und sagt, weshalb er mit gebrochenem Fuss weiterfuhr.

Christoph Kunz nach seinem fürchterlichen Sturz im Zielraum.

Christoph Kunz nach seinem fürchterlichen Sturz im Zielraum.

(Bild: Keystone)

Wie geht es Ihnen?Christoph Kunz:Es geht mir gut, ich bin froh, wieder daheim zu sein.

Sie sind im Super-G schwer gestürzt, zogen sich dabei eine dreifache Fraktur im Mittelfuss zu. Trotzdem haben Sie danach noch die Kombination und den Riesenslalom bestritten... Nach dem Sturz war der Fuss ziemlich geschwollen. Ich habe mich danach mit dem Teamarzt abgesprochen, und er meinte, ­solange die Verletzung keine weiteren körperlichen Reaktionen auslöse, bestehe keine Gefahr. Deshalb entschieden wir, dass ich die zwei Rennen noch fahre. Und weil ich meinen Fuss nicht spüre, hat mich die Verletzung dabei nicht behindert. Es war sicher nicht die optimale Voraussetzung, aber ich glaubte an meine Chance, deshalb wollte ich unbedingt weiterfahren.

Bevor Sie im Super-G stürzten, waren Sie mit bester Zwischenzeit unterwegs gewesen. Wie sehr ärgerten Sie sich über Ihren Einfädler? Damit hadere ich. Ich hatte im Vorfeld gesagt, dass ich in Topform nach Südkorea reisen werde, weil die Vorbereitung vor den Paralympics sehr gut war. Das konnte ich im Super-G auch zeigen, es ist schade, schaffte ich es nicht ins Ziel, sonst hätte es für eine Medaille gereicht, für welche auch immer.

Haben Sie zu viel riskiert? Ich bin etwas zu früh auf die Kante gekommen, wollte dann noch lösen, aber ich reagierte zu wenig schnell. Deshalb hängte ich mit der Skispitze am Tor ein, was zu einem relativ schweren, spektakulären Sturz führte. Letztlich war ich froh, dass «nur» der Fuss betroffen war und ich mir am Oberkörper keine schlimmere Verletzung zuzog.

Müssen Sie den Fuss operieren lassen? Wir haben den Fuss bereits in Südkorea geröntgt. Dort sah man, dass er gebrochen ist, jedoch nicht, wie es genau aussieht. Weitere Abklärungen stehen zwar noch aus, aber ich rechne damit, dass der Fuss nicht operiert werden muss.

Sie wollten in Südkorea eine Medaille gewinnen, mussten nun das Land ohne Erfolg verlassen. Wie gross ist Ihre Enttäuschung? Vor allem nach meinen beiden Stürzen in der Abfahrt und im Super-G war sie ziemlich gross. Weil ich merkte, dass ich ganz vorne hätte mitfahren können. Andererseits hatte ich in Vancouver und Sotschi das Glück auf meiner Seite. So ist der Sport, er ist nicht planbar, und das ist auch das Spannende daran. Ich wusste, dass ich an diesen Paralympics ans Limit gehen, Risiken in Kauf nehmen musste. Dann ist der Grat halt schmal, und dieses Mal ging es für mich nicht auf.

Halten Sie an Ihrem Plan, bis mindestens zur WM 2019 in Obersaxen weiterzufahren, fest? Ja, daran hat sich nichts geändert. Nächste Woche finden in Obersaxen der Europacupfinal und die Schweizer Meisterschaft statt. Mein Ziel wäre, dort die ­Saison hoffentlich positiv abzuschliessen, doch das kommt auf den Fuss an. Gut wäre es auf jeden Fall, wenn ich in Obersaxen fahren und mir einen Eindruck von dieser Piste verschaffen könnte.

Sie werden am Samstag 36. Waren es Ihre letzten Paralympics? Tendenziell gehe ich davon aus, doch ich möchte eine weitere Paralympics-Teilnahme nicht kategorisch ausschliessen. Priorität hat die WM 2019, was nachher kommt, ist offen.

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