Zum Hauptinhalt springen

Vonns Psyche und Guts Qualitäten

Sportredaktor Micha Jegge über das vorzeitige Saisonende von Lindsey Vonn.

Lindsey Vonn wählt den Weg der Vernunft, wenn auch mit Verspätung. Sinnvoller wäre gewesen, auf die Kombination in Soldeu zu verzichten, dem lädierten Knie die Belastung zu ersparen. Nicht auszuschliessen ist, dass der Doppeleinsatz die Blessur verschlimmert hat, die Amerikanerin das vorzeitige Saisonende mit einer Pause hätte verhindern können. Für diese These spricht der Fakt, wonach ihr der Teamarzt am Sonntagmorgen grünes Licht erteilt hat. Wäre das Ziehen der Notbremse absehbar gewesen, hätte er sich vermutlich anders entschieden.

Der Verlauf der Geschehnisse beruht auf Vonns Psyche und Lara Guts Qualitäten. Seit dem Sturz an der WM 2013 in Schladming, der eine komplexe Knieverletzung zur Folge hatte, wirkt Vonn auf den Skiern labiler als zuvor. Der Schweizer Cheftrainer Hans Flatscher liess Anfang Februar verlauten, Gut müsse die Punktedifferenz gering halten, Vonn aus der Reserve locken. Weil er wusste, dass die Rekordfrau schwer zu schlagen ist, wenn sie sich in ihrer Komfortzone bewegen kann. Und weil er wusste, dass Fehleranfälligkeit und Nervosität bei Vonn steigen, wenn sie glaubt, ihre Grenzen verschieben zu müssen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.