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Weshalb die Schweiz kein Gold geholt hat

Sobald ein Schweizer Athlet eine Olympiamedaille gewonnen hat, brüstet sich das ganze Land mit dem Medaillenspiegel. Doch es werden hier Leistungen zusammengezählt, die gar nichts miteinander zu tun haben.

Wir haben die Gesichter im Kopf und Namen, die wir vorher kaum kannten, und wir haben immer noch Mühe, sie uns zu merken. Nevin Galmarini etwa. Bei Dominique Gisin ist es ihr Lachen und sind es gleichzeitig die Tränen. Dario Cologna, der sich sonst so kontrolliert gibt und plötzlich weint. Die bescheidene Patrizia Kummer. Oder Iouri Podladtchikov, der Querkopf und sein bizarres Interview nach seinem goldigen Lauf in der Halfpipe. Und, vielleicht der schönste Jubel, das Frauenteam, das in Rot mit kindlicher Freude auf dem Eis tanzte und lachte und schrie und sang. Erst wurde es belächelt, jetzt steht es für das Schweizer Eishockey.

Einige dieser Athleten haben Trainer, die aus Norwegen oder Kanada kommen, oder einen französischen Coach. Die Eltern haben Geld irgendwie zusammengekratzt, damit ihr Kind die Möglichkeit hat, halbwegs professionell zu trainieren. Podladtchikov sagt, er habe aus eigenem Sack eine halbe Million Franken investiert, um seinen Traum vom Leben auch leben zu können. Die Medaillen, die sie gewannen, gehören ihnen, nur ihnen, weil sie alles dafür taten, Gisin wurde neunmal am Knie operiert, überlegte, Pilotin oder Ärztin zu werden, und blieb Skifahrerin.

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